26.05.2011 (ubr) Drucken
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Flexible Speicher-Arrays als SAN-Ersatz

Bild: EMC
Bild: EMC
Immer höhere Port-Dichten und die damit immer größer werdende Anzahl an Frontend-Anschlüssen rücken Enterprise-Arrays in gefährliche Nähe zu SAN-Direktoren. 128 und mehr Ports fördern die Überlegung, ob die Investition in separate SAN-Hardware wie Switches oder Direktoren sich zukünftig noch lohnen wird. 

Noch vor kurzer Zeit waren die Fronten recht klar. Die Arrays speicherten die Daten, die Rechner konnten diese über ein zwischengeschaltetes SAN erreichen. Dieses Netzwerk erleichterte die Konfiguration der Gesamtarchitektur und vereinfachte das Hinzufügen und Ändern von Ressourcen. Die Hersteller von SAN-Switches und -Direktoren, allen voran Brocade und Cisco, fühlten sich in diesem Teich wohl, waren sie doch unangefochten die Hechte zwischen allen Karpfen.

Von den Herstellern von Enterprise-Speichersystemen hört man in Gesprächen immer mehr Zweifel in Bezug auf den Bedarf an »klassischen« SANs. EMC, HDS und IBM bieten heute bereits Systeme mit 128 und mehr Ports an, von denen jeder mit etwas Arbeit an der treibenden Software auch für wesentlich mehr als den passiven Anschluss an ein Speichernetz taugen könnte. Manche Hersteller präsentieren hinter verschlossenen Türen bereits heute Arrays mit weit mehr als der doppelten Portanzahl der aktuellen Serien. Wohin soll diese Gigantomanie führen?

Das Ziel ist klar: möglichst viel vom Kuchen abzubekommen. Wobei die Mehlspeise im herkömmlichen Speicherbereich seit Jahren mit einigen Prozenten Varianz bequem aufgeteilt zu sein scheint. Wie kommen die klassischen Speicherhersteller also zu mehr Umsätzen und neuen Geschäftsmöglichkeiten? Sie werden sich von ihren bisherigen Partnern im Netzwerkbereich lossagen und diese frontal angreifen.

Und dieser Angriff könnte schon bald erfolgen. Um die Jahreswende planen die Großen allesamt die Vorstellung ihrer neuesten Arrays. Diese werden dann mit 256, 384 und mehr Ports daherkommen, egal ob mit 8- oder gar 16-Gbit/s-Fibre-Channel oder zehn oder noch mehr Gbit/s-Ethernet. Der weitaus größte Teil der aktuellen Speichernetze bewegt sich im Rahmen einer Gesamt-Port-Anzahl von unter 200. Damit könnten (fast) alle Unternehmen ihren Gesamtbedarf an Verbindungen aus dem Array decken, ohne noch externe Hardware zu deren Vervielfältigung bemühen zu müssen.

Was heißt das für die IT-Abteilungen? Zunächst einmal dürfte Anfang 2012 ein am Ende tödlicher Preis- und Funktions-Wettbewerb zwischen den klassischen Netzwerk- und Speicherherstellern losbrechen. Die Netzwerker werden dem Kunden weiszumachen versuchen, dass es ohne sie dann doch nicht geht, getreu dem Motto: »Sie wollen sich doch nicht an nur einen Hersteller ketten!« Die Speicherfraktion wird das Lied der Vereinfachung und Kostensenkung anstimmen. Am Ende, also in zwei bis drei Jahren, wird sich der Bedarf an dedizierter Netzwerk-Hardware allmählich gegen Null bewegen. Niemand wird diese noch separat einkaufen und verwalten, zumal er all ihre Funktionalitäten auch in den Arrays selbst zur Verfügung bekommt. Da die Port-Anzahl auch im Midrange immer weiter zunehmen und sich die SMB-Gemeinde immer mehr auf die Seite von iSCSI und FCoE schlagen wird, dürfte die Zukunft ausschließlicher SAN-Anbieter düster aussehen. Entweder suchen sie sich neue Geschäftsbereiche außerhalb der Speichernetze oder sie werden sehr schnell ohne Markt dastehen.


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