13.09.2011 (ubr) Drucken
(4 von 5, 1 Bewertung)

Nexsan »E5000«

Nexsan »E5000«
Nexsan »E5000«
Als Ergänzung zu ihrer E-Serie mit Fibre-Channel- bzw. iSCSI-Schnittstellen stellt Nexsan die »E5000« als NAS-System mit bis zu 720 TByte Kapazität vor. Erstmals in diesem Segment steigert der Hersteller die Leistung seiner Arrays durch den serienmäßigen Einsatz von SSDs.

Die E5000-Serie besteht aus den beiden Modellen E5110 und E5310. Das kleinere Modell zielt mit seiner Grundausstattung mit nur einem Controller, einer Quad-Core-CPU, acht GByte Cache und 16 integrierten Laufwerken auf die Einstiegskundschaft. Es lässt sich bei Bedarf mit einem weiteren Controller inklusive zweiter CPU hochverfügbar machen und mit einem weiteren Plattenrahmen 5110X auf maximal 31 Laufwerke aufrüsten. Der Erweiterungsblock wird über vier SAS-Ports mit jeweils 6 Gbit/s angeschlossen. Das E5110 ist für Festplatten zwischen 450 GByte und zwei TByte freigegeben, so dass sich mindestens 3,6 und maximal 62 TByte Bruttokapazität ergeben.  Zwar werden sowohl SAS- als auch SATA-Platten angeboten, jedoch lassen sich diese nicht mischen. Der Anwender hat in beiden Modellen die Wahl zwischen den RAID-Schutzstufen 10, 5 oder 6.

Das größere System kommt serienmäßig mit zwei Controllern und spricht über Fibre Channel die bereits von Nexsan bekannten Plattenrahmen E18, E60 und E60X an. Je nach Konfiguration verbaut der Hersteller eine oder zwei Quad-Core-CPUs mit jeweils zwischen 12 und 24 GByte Cache pro Controller. Der Kunde kann zwischen 60 und 240 Laufwerken wählen, die über zwei bzw. vier 8-Gbit/s-Ports auf PCIe-Steckkarten angeschlossen sind. Beim Einsatz von Festplatten zwischen 450 GByte und drei TByte Speicherplatz ergeben sich so mindestens 27 und maximal 720 TByte Bruttokapazität. Im Gegensatz zum kleineren Modell kann der Anwender hier SAS- und SATA-Festplatten mischen.

Das Besondere an den Modellen E5110 und E5310 ist die Ausrüstung mit den hier »FASTier« genannten SSD-Laufwerken. Im kleineren Array belegt die 100-GByte-Platte einen Einschub im Basisgehäuse und kann nicht um weitere Datenträger erweitert werden. Das größere System bringt serienmäßig zwei 100-GByte-SSDs und einen sogenannte High-Speed-Cache von acht GByte Größe mit. Je nach Bedarf lassen sich maximal 15 SSDs nutzen, die zwischen 100 und 400 GByte Kapazität verfügen und alle im Systemgehäuse verbaut sind. Der Hersteller gibt an, dass die Messung mit dem SPECsfs2008_nfs-Test mit Fastier eine sechsmal höhere Leistung ergab als ohne die Ausrüstung mit SSDs.

Zum Anschluss ans Netzwerk dienen zwei 1-Gbit/s-Ethernet-Ports auf jedem Controller. Nexsan unterstützt sowohl CIFS als auch NFS, die Nutzer können sich über LDAP oder Active Directory einloggen. Die Möglichkeit von NDMP-basierten Backups bewahrt alle Zugriffsrechte über CIFS und NFS.

Beide Systeme lassen sich laut Herstellerangaben in einfacher und intuitiver Weise vom »e-Centre Manager« aus verwalten. Die optionale »Data Protection Suite« ermöglicht dem Anwender, auf einem Gerät der Serie E5000 bis zu 2.048 Snapshots eines logischen Laufwerkes anzulegen. Laut Nexsan soll dies keinen zusätzlichen Speicherplatz benötigen. Das Anlegen von Snapshots kann zeitgesteuert, manuell oder über andere Regeln geschehen. Eine weitere Funktion der Data-Protection-Suite ist die asynchrone Replikation zwischen zwei Arrays. Diese kann entweder zwischen einzelnen logischen Laufwerken, Laufwerkspools oder den gesamten Systemen geschehen. Durch die integrierte Deduplikation und einer »Checkpoint-Restart«-Funktion hat der Hersteller die Replikation WAN-freundlich ausgelegt. Die Spin-Down-Software hilft in vier Stufen Energie zu sparen. Nach einer Sekunde werden die Schreib-Lese-Köpfe zurückgefahren, nach 15 Sekunden verlangsamen sich die Laufwerke auf 4.000 Umdrehungen pro Minute, nach 30-45 Sekunden halten die Laufwerke an und nach einer Minute schließlich schaltet sich die Laufwerkselektronik aus. Damit senkt das Array den Systemverbrauch auf bis zu 15 Prozent des Ursprungswertes ab.

Fazit

Kein Zweifel, Nexsan sieht sich selbst zwar im mittleren Marktsegment, möchte hier aber eine führende Rolle spielen. Mit seinen Systemen der E5000-Baureihe, vor allem dem größeren Modell E5310, dürfte dies auch schnell gelingen. Bis zu 720 TByte benötigen nur die Hälfte bis ein Drittel des marktüblichen Stellplatzes, die MAID-Funktionalitäten und die damit verbundenen Einsparungen dürften noch mehr Aufmerksamkeit bei Speichersuchenden erregen. Wenn nun auch noch die Konfiguration etwas einfacher gestaltet wird – hier nur SAS, dort nur FC, hier Laufwerke im Basisgehäuse, dort nicht, hier SAS und SATA mischbar, dort nicht, hier High-Speed-SSDs, dort nicht, etc. – dann dürfte dem Erfolg nichts mehr im Wege stehen. Zumindest dann, wenn Nexsan jedem Controller noch ein redundantes Netzteil und 10- statt 1-Gbit/s-Ethernet-Ports spendiert. Zudem gibt Nexsan dem E5110-Modell nur eine einjährige Garantie mit, der größere Modellbruder hat drei Jahre Garantie im Preis enthalten.

Kurzinfo

Hersteller: Nexsan Technologies

555 St. Charles Drive, Suite 202

Thousand Oaks, CA 91360

Tel. 001 805 418 2700

Fax 001 805 418 2799

Web: Nexsan

Direkter Link zum Produkt: Nexsan E5000 

Preis (Netto-Listenpreis): ab 15.000 US-Dollar (E5110), ab 82.000 US-Dollar (E5310)

Garantie: 1 Jahr (E5110), 3 Jahre (E5310)

Technische Details

Festplattenanzahl: 8-31 (5110), 18-240 (5310)

Unterstütztes Festplattenformat: SATA, SAS, SSD

Festplattenkapazitäten: 100 GByte SSD, 450/600 GByte SAS, 1/2 TByte SATA (5110), 100/200/400 GByte SSD, 450/600 GByte SAS, 1/2/3 TByte SATA (5310)

Max. Gesamtspeicherkapazität: 62 TByte brutto (5110), 720 TByte (5310)

Controller: Einer oder zwei (5110), zwei (5310)

Prozessor: Intel Quad-Core, jeweils einer (5110) oder bis zu zwei pro Controller (5310)

Cache: 8 GByte (5110) oder 12-24 GByte pro Controller (5310)

Schnittstellen: 2 x 1-Gbit/s-Ethernet pro Controller, 2 oder 4 x 8-Gbit/s-Fibre-Channel pro Controller (nur 5310)

RAID-Level: 10, 5, 6

Unterstützte Protokolle: CIFS, NFS

Plus

+ SSD-Support

+ 1.024 Snapshots pro LUN

+ Deduplikation für Replikation

+ Unterstützung von 3-TByte-Laufwerken (5310)

Minus

- keine Mischkonfigurationen SAS/SATA (5110)

- nur 1-Gbit/s-Ethernet-Bandbreite

- nur ein Netzteil pro Controller

Kommentar schreiben