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Iomega »StorCenter px2-300d« – Hands-on-Test

Das Dual-Disk SoHo-NAS »px2-300d« der EMC-Tochter Iomega verspricht viele Funktionen und Cloud-Connectoren. Im Hands-on-Test von speicherguide.de überzeugt das flotte NAS-Doppel zudem durch gute Leistungswerte und bürotaugliche Betriebsgeräusche.

Max Lessel

Iomega »StorCenter px2-300d«
Iomega »StorCenter px2-300d«
Im Inneren des »StorCenter px2-300d« arbeitet eine Dual-Core-Atom-CPU mit zwei GByte RAM und Iomegas Linux-Derivat »EMC LifeLine«. Der schlanke NAS-Server unterstützt zwei interne 3,5-Zoll SATA-Laufwerke (auch 2,5-Zoll möglich) mit einer Kapazität bis drei TByte pro Platte. Zwei Gbit-LAN-Adapter binden das NAS an das Netzwerk an. Ein USB-3.0- und zwei USB-2.0-Ports erlauben zusätzliche externe Laufwerke mit NTFS-, FAT- oder ext3/4-Dateisystem. Zudem lassen sich über die USB-Schnittstellen Drucker oder eine USV ansprechen. Ein großes LC-Display an der Gehäusefront gibt Aufschluss über die Konfiguration und den Füllstand des Filers. Unseren Hands-on-Test bestritt das px2-300d mit zwei 1-TByte-Drives.

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Ausstattung und Funktionen

Das Iomega-NAS liefert alle üblich verdächtigen NAS-Funktionen und Protokolle. Dazu zählen lokale Benutzerverwaltung und ADS-Integration ebenso wie SMB/CIFS, NFS, AFP, iSCSI und FTP. Als Besonderheiten stechen TFTP, Bluetooth, Windows-DFS und RSYNC hervor, die bei anderen Herstellern eher selten in der Grundausstattung zu finden sind. Iomega bringt Web-Applikationen für Video- und Foto-Dateien mit, welche den Multimedialen Content im Browser darstellen. Zudem gibt es einen integrierten Virenscanner und Tools für die Videoüberwachung mit IP-Kameras.

Besonders umfangreich sind die integrierten Backup- und Cloud-Clients für beispielsweise Amazon, Avamar, Mozy oder Symantec. Das Avamar-Feature klingt auf den ersten Blick wie eine integrierte Dedup-Funktion, stellt sich dann aber doch nur als integrierter Avamar-Client heraus.

PX2-300 im Hands-on-Test

Die Performance des NAS verdient die Wertnote »sehr gut«, denn im NFS-Test schafft es das NAS mit zwei Platten im Raid-1-Verband auf stolze 95 MByte/s schreibenden und 115 MByte/s lesenden Durchsatz über einen 1 Gbit/s-Kanal ohne Bonding.

Die Massenspeicherverwaltung wirkt jedoch ein wenig komplex für das SoHo-Zielsegment. Das PX2-300 verwaltet auf dem Raid-Verband Volumes über den LVM. In der Grundkonfiguration legt das Gerät nur die Hälfte der verfügbaren Kapazität als NAS-Volume an, der Rest bleibt unbenutzt. Erzeugt der Verwalter ein iSCSI-Laufwerk, reserviert das Iomega-NAS hierfür statisch die komplette Kapazität des iSCSI-Laufwerks als Volume. Andere Geräte arbeiten hier mit Thin-Provisioning und verwalten iSCSI-LUNs innerhalb der bestehenden NAS-Volumen, was viel Platz einspart.

Laut Hersteller kann das Linux-basierte Lifeline-Betriebssystem mit weiteren Funktionen und Apps ausgerüstet werden. Der App-»Marketplace« von Iomega listet derzeit jedoch nur drei optionale Software-Module auf. Der Mittbewerber Synology zum Beispiel kann für seinen DSM-Plattform dutzende Software-Pakete vorweisen.

Personal-Cloud-Dienst

Um das NAS selbst als privaten Cloud-Speicher nutzen zu können bedarf es des Iomega Personal-Cloud-Dienstes. Dieser Web-Service ist im Prinzip nichts anderes, als ein Art Nameserver, der die dynamischen IP-Adressen der angebundenen NAS-Systeme kennt. Die Datenverbindung erfolgt stets direkt vom Cloud-Client zum NAS. Das setzt allerdings drei offene Ports in der Firewall voraus: 80, 443 und 50500. Dabei versucht der Iomega-Filer via UPNP selbst die Ports zu öffnen. Sichere Firewalls verhindern das allerdings.

Diese Funktion können wir nicht direkt testen, da unsere Labor-Firewall bereits Port-Forwarding-Rules für 80 und 443 einsetzt. Iomega offeriert hier keine Option, die Access-Ports für den Cloud-Dienst zu ändern. Wir bleiben dran.

Fazit

Im Internet ist das von uns getestete 2-TByte-Gerät ab knapp unter 500 Euro erhältlich. Dafür erhält man ein schnelles Zwei-Platten-NAS mit solider Grundausstattung an Funktionen. Die Betriebsgeräusche sind sehr leise und absolut bürotauglich.

Die 4-TByte-Version beginnt bei 590 Euro und sechs TByte schlagen mit zirka 690 Euro zu Buche. Im Internet finden sich zwar günstigere NAS-Systeme. Diese sind aber in der Regel nicht auf dem neuesten technischen Stand in Punkto CPU und Funktionsumfang.

Kritikpunkte gibt es am PX2-330d nur wenige. An Erweiterungen hapert es dem Lifeline-Betriebssystem noch etwas, aber das kann sich ja noch ändern.

Kurzinfo

Hersteller: Iomega International S.A.
12 Avenue des Morgines
CH-1214 Petit-Lancy 1
Genf, Schweiz
Tel. +41 22/87 97 24 0
Fax +41 22/87 97 45 3
Web: www.iomega-europe.com
Direkter Link zum Produkt: PX2-300d
Preis: ca. ab 495 Euro (2 TByte),
ca. ab 590 Euro (4 TByte),
ca. ab 690 Euro (6 TByte)
ab ca. 390 Euro (ohne HDD)
Garantie: 3 Jahre

Technische Details
Festplattenanzahl:
2
Unterstütztes Festplattenformat: SATA (3,5/2,5 Zoll), SSDs
Festplattenkapazitäten: bis 3 TByte
Max. Gesamtspeicherkapazität: 6 TByte
Prozessor: Intel D525 Atom Dual Core CPU, 1.8GHz
Arbeitsspeicher: 2 GByte
Schnittstellen: 2x 1-Gbit/s-Ethernet, 1x USB 3.0, 2x USB 2.0
Hotswapfähige Komponenten: Laufwerke
RAID-Level: 0, 1
Unterstützte Client-Rechner: Windows, Mac, Linux
Protokolle: CIFS, AFP, NFS, iSCSI, FTP, TFTP, Windows DFS
Cloud-Clients: EMC Atmos, Amazon S3, Mozy Pro, Iomega Personal Cloud
Backup-Clients: EMC Avamar, Symantec Backup Exec
Weitere Dienste: integrierter McAfee Virusscan, Axis Video Surveilance

Plus
+ hohe Performance
+ großer Funktionsumfang
+ sehr leise
+ Cloud-fähig
Minus
- umständliches Volume Management
- kein Thin Provisioning für iSCSI