Backup-Probleme lösen, bevor sie entstehen
Storage-Kosten und den Verwaltungssaufwand zu reduzieren, ist erklärtes Ziel vieler Firmen. Die Software-Lizenzkosten im Bereich Datensicherung spielen oft eine untergeordnete Rolle. Doch die Entscheidung für eine Software und Strategie erzeugt unter Umständen nennenswerten Aufwand und Folgekosten, die nicht gleich ersichtlich sind.
Von Stefan Utzinger, Novastor Software
Hoher administrativer Aufwand, häufige Unterbrechungen, hohe Systembelastung, inkompatible Systeme, Beschränkung auf bestimmte Speichermedien oder kostspielige Systemanforderungen – vor diesen und anderen Schwierigkeiten stehen Unternehmen, die Datensicherung als alleinstehende Lösung evaluiert haben. Datensicherung ist jedoch wie kaum eine andere Anwendung in die gesamten IT-Infrastruktur eingebettet und kann daher an vielen Stellen Kosten und Aufwand reduzieren – oder steigern.
Systemanforderungen der Backup-Software
Wer eine Datensicherung auswählt, evaluiert Funktionen, vergleicht Preise und überprüft, ob die Software unternehmensinterne Gegebenheiten abdeckt. Die Anforderungen der einzelnen Systemkomponenten der Backup-Software selbst evaluieren die wenigsten. Doch wer sich erst bei der Installation der neuen Backup-Lösung über deren Hardware-Voraussetzungen informiert, steht unter Umständen vor vollendeten Tatsachen – und der Notwendigkeit, neue Hardware anzuschaffen, um bestimmte Systembedürfnisse zu erfüllen. Die Problematik betrifft beispielsweise die Anforderungen für die zentrale Verwaltung der Datensicherung. Die zentrale Verwaltung mancher Systeme unterstützt nur ausgewählte Datenbanken und verteilt die Verwaltung auf mehrere Komponenten mit jeweils eigenen Hardware-Voraussetzungen.
Um hohe Systemanforderungen zu vermeiden, können Unternehmen Systeme mit verteilter Architektur und asynchroner Kommunikation zwischen der zentralen Verwaltung und den Backup-Systemen wählen. Dieser Aufbau erfordert weit weniger Einträge in die zentrale Metadatenbank und sorgt für eine niedrigere Belastung des Servers. Mit einer entsprechend konzipierten Backup-Software können Unternehmen auch große Umgebungen mit mehreren hundert Systemen ohne Einbußen bei der Performance mit einer Management-Konsole auf einem kleinen Server verwalten. In kleinen oder mittleren Unternehmen kann die zentrale Verwaltung sogar auf einer virtuellen Maschine laufen.
Steigende Datenmengen erfordern Fehlertoleranz
Das Datenwachstum stellt aktuell eine der größten Herausforderungen für Unternehmen dar. Mit Blick auf die Sicherung der Daten führen wachsende Datenmengen vielfach zu einem Leistungsabfall, Stabilitätsproblemen und zunehmenden Betriebsunterbrechungen. Um wachsende Datenmengen bei gleichbleibender Leistung zu sichern, muss eine Datensicherung eine ausreichende Skalierbarkeit bieten.
Um Unterbrechungen vorzubeugen und einen stabilen Betrieb zu gewährleisten, sollte eine Datensicherung zunächst keinen architektonischen Flaschenhals wie beispielsweise eine zentrale Metadatenbank einsetzen, sondern die Daten über die Sicherungen verteilt halten. Bei einer verteilten Metadatenhaltung entstehen mit hinzukommenden zu sichernden Systemen automatisch neue Speicher für Metadaten.
Weiteres Kernkriterium für eine stabile Sicherung großer und wachsender Datenmengen ist Fehlertoleranz. Der flexible Umgang mit Fehlern setzt sich aus einer Vielzahl von Funktionen zusammen. Hierzu zählt unter anderem die dynamische Auswahl des Speichermediums je nach Verfügbarkeit (Failover). Für den langfristigen Betrieb der Backup-Lösung bei wachsenden Datenmengen bedeutet eine hohe Fehlertoleranz niedrigen Administrationsaufwand, der bei einer verteilten Architektur von wachsenden Datenmengen unbeeinflusst bleiben kann.
Beschränkung auf Speichermedien: Disk versus Tape
Keine Frage, die Datensicherung auf einer Festplatte bietet eine schnelle und kostengünstige Möglichkeit, wichtige Daten zu schützen. Aufgrund der günstigen Anschaffungspreise zählt Disk-to-Disk zu den Standard-Backup-Strategien. Doch trotz höherer Einstiegskosten erfreut sich die Sicherung auf Magnetband in ein- oder mehrstufigen Sicherungskonzepten konstanter Beliebtheit – mit gutem Grund. Das Magnetband eröffnet Unternehmen Möglichkeiten, die eine Festplatte allein nicht bietet.
Im Sinne einer höheren Datenverfügbarkeit, aber auch mit Blick auf den Energieverbrauch setzen viele Unternehmen auf mehrstufige Sicherungskonzepte. Zentraler Aspekt ist hier die Auslagerung ausgewählter Datensicherungen auf leicht zu transportierenden Magnetbändern. Als Auswahlkriterien für die Auslagerung kommen Speicherdauer, zum Beispiel Sicherungen, die älter als zwei Wochen sind, oder Sicherungen bestimmter Unternehmensbereiche in Frage.
Angesichts hoher und wohl auch in Zukunft steigender Strompreise punktet das Magnetband zudem durch eine bessere Energiebilanz als die Festplatte. Zwar verbrauchen auch Einzelbandlaufwerke oder Tape-Librarys Strom, doch benötigen sie deutlich weniger Kühlung. Die einzelnen Magnetbänder verbrauchen nur dann Strom, wenn sie gerade verwendet werden. Ihre Lagerung – ob in der Tape-Library oder an einem anderen Standort – erfolgt energieneutral, also offline.
Um langfristig die passende Backup-Strategie umsetzen zu können, sollten Unternehmen keine Einschränkungen bei den Speichermedien, die ihre Datensicherung unterstützt, in Kauf nehmen.
Virtuelle Maschinen brauchen (k)eine spezielle Backup-Software
Virtualisierung erobert die mittelständischen IT-Infrastrukturen. Doch während Virtualisierung das Ziel verfolgt, Kosten zu senken, kann die Sicherung der virtuellen Maschinen nennenswerte Folgekosten erzeugen. Bevor Unternehmen eine eigene Datensicherung für ihre virtuelle Umgebung anschaffen, empfiehlt sich daher die Definition der individuellen Anforderungen. Denn Datensicherungsspezialisten wie Novastor bieten Backup-Software-Produkte, mit denen Anwender physische und virtuelle Systeme mit einer einzigen Lösung und an einer einzigen Oberfläche sichern können.
Wer virtuelle und physische Systeme mit einer gemeinsamen Lösung sichert, braucht sich nur mit einer einzigen Anwenderoberfläche zu beschäftigen, denn je weniger Anwendungen man bedient, desto weniger Anwenderfehler treten auf. Für virtuelle und physische Systeme können die gleichen Sicherungsmechanismen und -prozesse genutzt werden. Zudem bieten Anwendungen, die physische und virtuelle Systeme unterstützen, gebündelten Überblick über die Sicherung sämtlicher virtueller und physischer Maschinen in einem Bildschirm oder in einem Bericht – und erleichtern so die Administration der unternehmensweiten Datensicherung.
Deduplizierung – die günstige Alternative
Angesichts konstant, teilweise sprunghaft ansteigender Datenmengen, setzen auch mittelständische Unternehmen Deduplizierung auf die Liste der Anforderungen an ihre Datensicherung. Deduplizierungs-Appliances von Markenanbietern stellen allerdings eine hohe Investition dar. Zudem unterstützen entsprechende Appliances nur spezielle Backup-Programme und schränken Unternehmen bei der Auswahl ihrer Datensicherung ein. Gerade für mittelständische Einsteiger, welche die Entlastung der Speicher durch Deduplizierung und den finanziellen Nutzen schwer einschätzen können, bietet sich der Einsatz einer Software-basierten Lösung an.
Um bei der Wahl der Backup-Software nicht die Unterstützung durch Dedup-Appliances als weiteres Auswahlkriterium berücksichtigen zu müssen, empfehlen sich Backup-Software-Produkte, die ein eigenes, für Deduplizierung optimiertes Backup-Format anbieten. So erlaubt die Kombination mit einer kostenfreien Opensource-Deduplizierung wie Opendedup und einem beliebigen kostengünstigen Storage-System einen leistungsfähigen und herstelleroffenen Einstieg in die Deduplizierung. Eine Deduplizierungs-Appliance ist nicht mehr notwendig. Unternehmen erhalten die Möglichkeit, ihre Datenmengen mit einer sehr preiswerten Lösung zu reduzieren und mit kostengünstiger Hardware die Deduplizierungsraten kostspieliger Appliances zu erreichen.
Neue Maßstäbe zur Bewertung von Backup-Systemen und -Strategien
Angesichts
der zunehmenden Komplexität und des schnellen Wachstums heutiger
IT-Infrastrukturen erscheint es nicht mehr ausreichend,
Datensicherungsprodukte mit Blick auf die reinen Backup-Funktionen zu
evaluieren. Die Verankerung in verteilte (Cloud-)Speicherarchitekturen,
wechselnde Speichertechnologien, der parallele Einsatz physischer und
virtueller Systeme, wachsende Datenmengen und zahlreiche weitere Aspekte
heutiger IT-Strukturen beeinflussen Aufwand und Kosten für den Betrieb
einer Datensicherung. Auch die Möglichkeiten bei Problemen, technischen Support vom Hersteller zu erhalten oder die Nachlizenzierung erzeugen unter Umständen Kosten. Obwohl nicht in jedem Kundenszenario offensichtlich, sollten diese strukturellen Aspekte daher ebenso wie lokaler Support in Deutschland und eine einfache und transparent Lizenzpolitik in den Katalog der Anforderungen an eine Datensicherung aufgenommen werden.
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