Architektur des »Virtual Data Center Operating System« VDC-OS (Bild: Vmware)
Nachdem
Microsoft und
Citrix das Thema Virtualisierung auf dem Desktop kräftig vorantreiben, geht nun
VMware auf ihrer derzeit tagenden »VMworld« in Las Vegas in die Offensive: Vorgestellt wird das »Virtual Data Center Operating System« (VDC-OS), das eben nicht nur Server wie bisher virtualisiert, sondern zukünftig eben auch eine Lösung für Storage, Desktop und Netzwerk sein soll – eben alle Komponenten eines virtualisierten Rechenzentrums. In diesen Segmenten gibt es von Vmware entsprechende diverse Ankündigungen, die teilweise freilich eher als Roadmap verstanden werden sollten.
VDC-OS hat das Ziel, sämtliche Hardwareelemente eines Rechenzentrums zu einer einzigen Ressource zusammenzufassen, sozusagen zu einem virtuellen »Großcomputer«. Daraus sollen dann einzelne Applikationen ihre Systemleistung bedarfsgerecht zugewiesen bekommen. Vmware sieht sich damit auf dem Trend zum »Cloud«-Computing. Dieses vereint bei Bedarf Workloads und verteilt sie auf mehrere externe Clouds, um kurzfristig höhere Kapazitäten nutzen zu können. Schlussendlich würde ein Rechenzentrum in eine flexible Cloud-Computing-Landschaft mit den Instrumenten der Virtualisierung transformiert worden sein.
Diverse Technologien dazu bzw. Produkte wurden dazu neu vorgestellt. In der Namensgebung ist ihnen allen ein »v« vorangestellt. »vCloud« beispielsweise ist eine Initiative, die mehr als einhundert Partnern unterstützen. Sie soll Anwendungen für Enterprise-Class-Cloud-Computing durch den Zusammenschluss von Computer-Kapazitäten on Demand ermöglichen. Diese fungieren zwischen virtuellen Datencentern und Cloud-Service-Providern in existierenden und neuen Anwendungsbereichen.
»vStorage« ist mit Thin-Provisioning für eine effizientere Speicherzuweisung geplant. Thin-Provisioning meint dabei die sukzessive Anpassung des bereitgestellten Speichers an die tatsächliche Notwendigkeit. Es geht also um kleinere Volumes als bisher. Sobald dieses nicht mehr ausreicht, soll das System einen Alarm auslösen. Derartige Warnhinweise in »vCenter« erscheinen, das für 2009 vorgesehene Update der Management-Suite »Virtual Center« von Vmware. Die Speicherbranche hat über die von Vmware bereitgestellten APIs die Möglichkeit, solche Events in ihren eigenen Verwaltungskonsolen darzustellen.
Für das Netzsegment ist »vNetwork« zuständig: Damit lässt sich ein einziger »virtueller Switch« konfigurieren, der einen Pool an virtuellen Servern enthält. Dieser wurde in enger Zusammenarbeit mit
Cisco entwickelt. Es wird sich auch aus dessen Netz-Management-Tools heraus bedienen lassen.
Darüber hinaus gibt es eine Reihe an offenen Programmschnittstellen (API), sodass beispielsweise die Hersteller Security-Software wie
McAfee oder
Symantec ihre Pakete in das neue VDC-OS einbinden können.
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