27.09.2017 (ch) Drucken
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Veritas Vision 2017: Die gute und die schlechte Nachricht

  • Inhalt dieses Artikels
  • Was war aber die wirkliche Botschaft der Veritas Vision?
  • Neue Herausforderungen für Firmen und CIOs
  • Strategie vs. Performance
  • Die gute und die schlechte Nachricht
  • Finales Ziel: Daten zu Geld machen
  • Neues Lizenzmodell – Mieten statt Kaufen

Claudia Hesse, speicherguide.deClaudia Hesse, speicherguide.deAn einem Sonntag habe ich mich aufgemacht, nach Las Vegas zu reisen, um an der diesjährigen Veritas Vision teil zu nehmen, die unter dem Motto »Truth in Information« stand.

Kaum hatte ich mich vor einigen Wochen für die Veritas Vision angemeldet, kam ein Anruf: » Kommen Sie in diesem Jahr auf unsere Veranstaltung in Las Vegas?« Der Anruf kam von einer Agentur – im ersten Augenblick wollte ich mich schon über die Misskommunikation aufregen – da wurde mir klar, dass die Agentur nicht die von Veritas, sondern von HDS war.

Hitachi Next in Las Vegas. Zur exakt gleichen Zeit wie die Veritas-Veranstaltung. Daraus schließe ich, dass es bei Partnern und Kunden der beiden eher keine Überschneidungen gibt. Naja, kennen tun sich die natürlich schon, aber sie wussten gegenseitig nichts von den Veranstaltungen.

Veritas Vision 2017Veritas Vision 2017Zurück zur Geschichte: Nach ungefähr 20 Stunden Gesamtreise war ich endlich am Ziel. Direktflug gab es keinen, der aus London hatte deutlich Verspätung – somit zieht sich eine solche Reise ganz schön hin. Wenigstens war ich müde genug, um gleich ins Bett zu gehen (war ca. 10:00 Uhr lokale Zeit) – ist immer anzuraten, sich gleich an die Ortszeit zu gewöhnen.

Hat leider nicht so ganz geklappt. Am nächsten Morgen war ich um 3 Uhr früh auf. Hellwach. Also Mails checken, zuhause anrufen, nächster Versuch, noch ein wenig Schlaf zu bekommen. Die Veranstaltung fing am Mittag an – der Rest des Morgens gehörte der Shoppingliste meiner Tochter. Was Veritas im Einzelnen in der Pressekonferenz angekündigt hat, können Sie hier in diesem Artikel nachlesen.

Was war aber die wirkliche Botschaft der Veritas Vision?

Herausforderung Multi-Cloud (Bild: speicherguide.de)Herausforderung Multi-CloudEin Teil der Antwort liegt in dem Motto: »Die Wahrheit liegt in den Daten«. Dass Daten eines der größten Assets eines Unternehmens sind (neben den Mitarbeitern) wird wohl heute niemand mehr ernsthaft bestreiten. Das ist der Grund, warum Backup nach wie vor Hochkonjunktur hat und warum Ransomware das Schreckgespenst jedes Unternehmens ist.

Ohne Kundendaten, Finanzdaten und ERP-Daten generell gibt es schlicht und ergreifend kein Business. Daher nichts wie sichern und sicherstellen, dass unser Business störungsfrei verlaufen kann, sprich, auch das Recovery muss funktionieren.

Nun ist es aber heute so, dass die wenigsten Unternehmen ihre IT auf einem weißen Stück Papier planen, sondern permanent erweitern, ergänzen oder ersetzen. Fast jeder hat irgendwelche Legacy-Systeme. Zudem wäre da noch die Cloud. Und nicht nur eine. Sondern diverse. Laut Veritas-Studien denken deutlich über 50 Prozent der Unternehmen heute »Cloud First«.

Neue Herausforderungen für Firmen und CIOs

Das macht die Sache aber nicht wirklich einfacher, sondern wirft fast noch mehr Fragen auf, als reine On-Premise-Lösungen (sprich, wo der ganze Kram – und Storage – in der eigenen Company zu finden ist). Die großen Herausforderungen, denen sich jeder CIO – nicht nur in Großunternehmen – stellen muss, sind:

  1. Wo sollten welche Daten gespeichert werden? Im Klartext: wie stellen wir sicher, dass die Daten, die permanent gebraucht werden, an der richtigen Stelle gespeichert sind und schnell zur Verfügung stehen und wie bewegen wir Daten in/aus der Cloud.
  2. Wie stellen wir sicher, dass wir diverse gesetzliche Anforderungen zur Datenspeicherung einhalten? Stichwort GDPR? Meist führt ein Mangel an Transparenz über die eigenen Daten dazu, dass irgendwelche Vorschriften/Governance nicht eingehalten werden. Veritas bietet hier ein kostenloses Tool (Risk & Compliance Analyse) – testen Sie selber, wo Sie gerade stehen.
  3. Wie können wir die Kosten für unsere IT senken und im Griff behalten, speziell wenn wir das immense Datenwachstum berücksichtigen?
  4. Wie können wir flexibel genug sein, damit unsere IT alle Businessanforderungen quasi sofort erfüllt und wir damit wettbewerbsfähig bleiben?
  5. Was sagen uns unsere Daten und welche haben wir überhaupt? Laut Statistiken sind ca. 52 Prozent aller Daten Dark Data, sprich keiner weiß wirklich, was diese sind.
  6. Wie stellen wir sicher, dass alle Daten, egal, wo sie liegen, tatsächlich gesichert werden?
  7. Wie bleiben wir flexibel bei den Anbietern/Lieferanten von Storage, Datensicherungs- und Cloud-Lösungen? Im Klartext: Wie vermeiden wir es, durch proprietäre Systeme bei einem Hersteller »gefangen« zu sein.

Strategie vs. Performance

Sie lesen, es geht nicht mehr um Größe oder ausschließlich Geschwindigkeit, sondern um Strategie. Eine, die Unternehmen die vielzitierte »competitive edge« gibt oder eben nicht. Bei zweiterem ist es eine Frage der Zeit, bis solche Unternehmen schlicht und ergreifend nicht mehr am Markt bestehen können. Schauen Sie spaßeshalber mal nach, was sich in Sachen der Top-börsennotierten Unternehmen in den letzten zehn bis 15 Jahren getan hat. Ob ein Unternehmen am Markt besteht oder nicht, hat natürlich nicht nur mit der IT-Strategie zu tun, sondern auch damit, wie sich ein Unternehmen heute aufstellt, sich organisiert und mit dem wohl wichtigsten »Asset« – den Menschen – umgeht. Aber das ist ein anderes Kapital (oder Artikel).

Die gute und die schlechte Nachricht

Zurück zur IT. Die gute Nachricht ist also: Dieses Segment spielt eine immer größere Rolle in modernen Unternehmen und damit wird der CIO immer mehr zum Mitentscheider am Erfolg oder Misserfolg – oder wird sogar zum »Business-Enabler«, sprich, ermöglicht manche Prozesse überhaupt erst. Oder können Sie sich Uber oder Airbnb ohne die richtige Plattform vorstellen?

Die schlechte Nachricht folgt auf den Fuß. Zumindest schlecht für viele IT-ler, die sich mehr oder weniger ausschließlich im Hardware-Segment oder noch spitzer, im Storage-Hardware-Umfeld bewegen: Infrastruktur ist nicht mehr die Antwort, sondern es geht eben um die richtige Strategie. Die schließt natürlich Hardware, Datacenter und Server mit ein. Nichtsdestotrotz sind letztere einfach Mittel zum Zweck, müssen schnell und zuverlässig arbeiten und Business-Continuity unterstützen. Genauso wie Sie heute von einem Auto erwarten, dass es Sie zuverlässig von A nach B bringt und Sie im Sommer den Knopf der Klima-Anlage drücken können.

Ich will hier nicht bestreiten, dass es Leistungsunterschiede gibt. Und ja, diese fallen in der Gesamtlösung in die Waage. Der Kernpunkt der IT ist allerdings ein anderer: nämlich Daten. Nie war es wichtiger zu wissen, wo welche Daten liegen, diese zu klassifizieren und am allerwichtigsten – diese zu analysieren. Das gut zu machen, führt nämlich zu Lösungen zu oben genannten Anforderungen.

Zudem gilt es »Stale Data« (in Deutsch abgestandene Daten, würde es eher mit wenig oder gar nicht genutzt übersetzen) zu erkennen. Diese auf kostengünstigem Storage zu speichern oder gar zu löschen bzw. doppelt vorhandene unter Umständen zu entfernen, um Speicherplatz und -kosten zu sparen.

Hohe Transparenz schaffen, zu wissen, wo genau die Daten liegen, zum Beispiel in welcher Cloud oder in welchem Land, ist extrem wichtig, um gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden. Die Strafen für die Nicht-Einhaltung sind empfindlich und können ein mittelständisches Unternehmen hart treffen. Wird jedes Unternehmen überprüft werden? Natürlich nicht – das Risiko besteht trotzdem – außerdem ist es nicht nur Spielerei zu wissen, was meine Daten so machen als Unternehmen, berücksichtigen wir das sich laut letzten Prognosen unsere Daten innerhalb von fünf Jahren jeweils verzehnfachen. Da macht es schon Sinn, sich über das Management und die Speicherung ein wenig mehr Gedanken zu machen.

Finales Ziel: Daten zu Geld machen

Daten haben allerdings eben nicht nur Quantität, sondern auch Qualität. Sprich, was sich innerhalb dieser Daten abspielt, kann aussagekräftige Relevanz für jedes Unternehmen haben: Wer nutzt was, welche Kunden tun was, welche Daten sind quasi obsolet. Solche Erkenntnisse können Aufschluss darüber geben, worauf sich das Unternehmen konzentrieren sollte. Erreicht werden kann das durch integrierte Klassifikation, wie es zum Beispiel mit dem Veritas Insight Produkt möglich ist.  Um das Ganze noch effektiver zu machen, ist die Software mit Machine-Learning-Möglichkeiten ausgestattet.

Und hier liegt ganz sicher die Zukunft der Daten: Maschinen lernen und AI (Artificial Intelligence), was uns ermöglicht, Erkenntnisse aus riesigen Datenmengen zu ziehen, die uns sonst verschlossen wären. Wie immer bei solchen Veranstaltungen hört es sich so an, als könne der Hersteller quasi alle aktuellen Probleme ganz einfach lösen – wie wir alle wissen, liegt der Teufel allerdings meistens im Detail.

Veritas ist natürlich nicht der einzige Hersteller, der sich auf diesen Weg des 360 Grad allumfassenden Datenmanagements begeben hat. Daher ist es für Sie als Unternehmen nach wie vor nicht leicht, die für Sie beste Lösung zu finden. Deswegen haben wir uns entschlossen, in unserem Einkaufsführer, der im November 2017 herauskommt, ein wenig Schützenhilfe zu geben. Watch this space!

Neues Lizenzmodell – Mieten statt Kaufen

Eine weitere Neuerung – zumindest für einige Produkte – wird Veritas bei ihrem Lizensierungsmodell einführen: Die Produkte werden in Zukunft nur noch gemietet – wie das bei modernen Software-Applikationen meist der Fall ist. Vorteil: Sie zahlen nur, wenn Sie das Produkt brauchen. Nachteil: Das Produkt gehört Ihnen nicht.

Blöd ist, dass es keine einheitliche Regelung gibt, sondern die Lizenzvereinbarungen für verschiedene Produkte unterschiedlich sind. Hier gilt es also genau hinzuschauen, um nicht die Katze im Sack zu kaufen.

Unser Chefredakteur Karl Fröhlich steht Abo-Modellen immer eher kritisch gegenüber. Wie beurteilen Sie ein solches Modell für Backup? Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

Impressionen von der Veritas Vision

Mike Palmer auf der Veritas Vision 2017 (Bild: speicherguide.de)Mike Palmer auf der Veritas Vision 2017Insgesamt hat sich Veritas gut präsentiert. Nachdem ich im letzten Jahr schon auf der Veranstaltung war, kann ich guten Gewissens sagen, dass Veritas sehr konsequent und rasch an seinen letztjährigen Ankündigungen gearbeitet hat.

Das Unternehmen – sprich die Mitarbeiter (final machen die jedes Unternehmen aus) – kommt sehr sympathisch rüber. Ist dies Grund genug, sich mit den Produkten zu beschäftigen? Nein, nicht unbedingt. Für mich kam allerdings überzeugend rüber, dass Veritas sehr wohl weiß, was sie da tun, wenn es um Datenmanagement und dessen Zukunft geht. Sollten Sie also in Richtung Cloud oder gar Multi-Cloud marschieren, macht es sicher Sinn, sich die modulare Lösung mal genauer anzuschauen. Und sympathisch heißt normalerweise auch engagiert – und das ist immer zum Vorteil des Kunden.

Richard Branson, Virgin (Bild: speicherguide.de)Richard Branson, VirginEin Highlight für mich war einer Rede von Richard Branson, dem Gründer der Virgin Unternehmensgruppe, zuhören und -sehen zu können. Sehr inspirierend und menschlich und trotzdem ein strategischer und visionärer Geschäftsmann – genau das, was wir nicht nur im Business, sondern generell im Leben brauchen.

Las Vegas war so künstlich wie eh und je. Die amerikanischen Essenportionen sind immer noch nicht kleiner geworden, mein Erstaunen über Menschen, die schon morgens um acht an der Slot-Maschine oder am Pokertisch sitzen, hat immer noch nicht abgenommen, seit ich vor zirka 25 Jahren das erste Mal zur Comdex nach Las Vegas gereist bin.

Neu war in diesem Jahr, dass ich (nachdem ich auch zur HDS-Konferenz rüber gehüpft bin – dazu mehr in einem anderen Artikel) zum Transport Uber gewählt habe. In den jeweils 15-minütigen Unterhaltungen mit den Fahrern/Fahrerinnen habe ich immer tolle Geschichten aus deren Leben gehört. Von einer Ungarin, die seit 26 Jahren in den USA lebt und in zwei Jahren eine Weltreise beginnen möchte, sowie einem Herrn aus Montpellier, der Obamacare für den größten Mist hält und Trump trotzdem nicht mag.

Reisen heißt für mich auch immer Menschen zu treffen, meinen Horizont nicht nur professionell, sondern als Mensch zu erweitern. Stellen Sie doch beim nächsten Mal Ihrem Taxi/Uberfahrer ein paar Fragen. Sie werden erstaunt sein, was Sie alles lernen können J

Und Final – nach vielen, vielen Reisen in andere Zeitzonen, habe ich endlich gelernt, den Jetlag zu besiegen. Speziell beim Zurückkommen in heimische Gefilde. Wer speicherguide.de regelmäßig liest, weiß ja, dass ich auch in einem anderen Segment tätig bin, und mich dort unter anderem mit Energiemanagement (dem Menschlichen J) beschäftige – und hier liegt die Lösung. Verrate ich Ihnen gerne – wenn Sie’s wissen wollen, einfach kurz eine Mail an mich schicken.



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