02.04.2015 (eh) Drucken
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2. April: Was wir am 1. April nicht veröffentlichten

  • Inhalt dieses Artikels
  • 2. April: Was wir am 1. April nicht veröffentlichten
  • »Server on a Stick« mit unvorstellbar hoher Datendichte
  • Ein horizontal verbogenes Smartphone von LG
  • Rausch Netzwerktechnik erfindet »hybrides DrehFlash-Laufwerk«
  • 3,4 Milliarden US-Dollar für IBMs Storage-Business
  • »Adobe Lens« gestaltet Ihre Umwelt »in Echtzeit schöner«

Unfassbar, was man in einen USB-Stick alles einbauen kann: Server-on-a-Stick-Aprilscherz (Bild: bluechip Computer)Unfassbar, was man in einen USB-Stick alles einbauen kann: Server-on-a-Stick-Aprilscherz (Bild: bluechip Computer)In den Presseabteilungen und Presseagenturen sitzen ja auch ganz schön kreative Köpfe. Die versuchen dann so brave Journalisten wie uns feixend mit Fake-Meldungen zum 1. April aufs Kreuz zu legen. Es hat, zumindest bei uns, nicht geklappt. Aber dieses Jahr waren schon ein paar Versuche dabei, wo man sich angesichts der Kreativität doch die Augen reiben musste. Hier also am 2. April ein klitzekleiner Nachhall zum 1. April.

»Server on a Stick« mit unvorstellbar hoher Datendichte

»Server on a Stick« nennt bluechip Computer einen USB-Stick, und preist ihn selbstredend als »Weltneuheit« an. Die Spezifikationen: Der Serverstick verfüge über zwei Backplanes mit je 25 Enterprise-Secure-Digital-Memory-Card-Slots, deren Redundanz durch die implementierten RAID-Level 1, 5, 6 oder 10 sichergestellt werde. Jeder dieser HotSwap-Einschübe unterstütze speziell entwickelte Ultra-Capacity-Cards (UCC) mit einer maximalen Kapazität von 8 TByte, was bei Vollbestückung des Miniservers einer unvorstellbar hohen Datendichte entspreche.

Da müssen wir wirklich konstatieren: Von »einer unvorstellbar hohen Datendichte« träumen wir auch schon längst. Hier hat die Fantasie des News-Erstellers definitiv Kapriolen geschlagen. Der Knüller: Das »innovativste Serverprodukte des Jahres« sei natürlich ausschließlich »Made in Germany«.

Ein horizontal verbogenes Smartphone von LG

Toller verbogener Aprilscherz: neue Kategorie eines »biomorphen Smartphones« (Bild: LG)Toller verbogener Aprilscherz: neue Kategorie eines »biomorphen Smartphones« (Bild: LG)Beim Consumer-Electronic-Hersteller LG war gestern eine Meldung dabei, wo wir uns nicht sicher sind, ob sie nicht der ein oder andere Kollege draußen in der Journalisten-Welt tatsächlich aufnahm. Nachdem es alle möglichen gebogenen (curved) Smartphones und Fernseher gibt – warum nicht auch ein horizontal verbogenes Smartphone. Die LG-Presseabteilung nennt es »LG G Flex2 Nature Edition«, und schickt auch noch ein entsprechendes Pressebild mit. Mit Photoshop lassen sich heutzutage schon sehr schnell realistische Fantasie- und Spassbilder erzeugen. Und noch ein tolles Feature: Die 128 GByte eingebauter Speicher lassen sich mit MicroSD-Karten auf sensationelle 4 TByte aufrüsten.

Einzigartig auch, wie sich die PR-Abteilung selbst in Szene setzt. Zur Sprache kommt eine Justine Figura, PR Manager bei LG: »Die Natur hat bei unserem neuesten Smartphone Pate gestanden. Unsere Design-Abteilung hat die Bewegungsabläufe bei der Smartphone-Bedienung unter die Lupe genommen und die Biegung in Querrichtung als nächsten Optimierungsschritt ausgemacht. Wir bringen somit ein Mobiltelefon auf den Markt, das eine vollkommen natürliche Bedienung erlaubt. Möglich gemacht wurde die ungewöhnliche Form des Geräts durch eine enge Zusammenarbeit mit unseren Kollegen in der Display Division. Die G Flex2 Nature Edition als ‚ergonomisch’ zu beschreiben ist zu kurz gegriffen. Vielmehr etablieren wir mit dem Gerät die Kategorie des biomorphen Smartphones.« – Note 1 für diese verbogene PR-Mitteilung.

Rausch Netzwerktechnik erfindet »hybrides DrehFlash-Laufwerk«

Rausch Netzwerktechnik, ein Hersteller von Server- und Storage-Lösungen und Service-Provider für Rechenzentrums- sowie Business-Kunden, geht ausgerechnet am 1. April unter die Laufwerkshersteller: das Unternehmen verknüpft Festplatten (HDD – Hard Disk Drive) und Flash-Speicher (SSD – Solid State Drives) zu einer neuen »HSD«, also ein »hybrides DrehFlash-Laufwerk«. Zum Einsatz kommen »drehende Flash-Bausteine«.

Rausch setzt natürlich auf den Trend, dass in der IT derzeit vieles hybrid wird: Hybrid-Clouds, hybride Storage-Systeme, und hybride Festplattenlaufwerke. (Die gibt’s wirklich, also Festplatten mit einem speziellen Flash-Speicherbereich auf der Elektronik-Platine.) Rausch spezifiziert tolle Eckdaten für ihren Aprilscherz: Es »ergeben sich auf einer Baugröße von 3,5 Zoll Speichergrößen von bis zu 8 TByte bei bis zu 1.000 IOPS.« – Diese 1.000 IOPS, die hätte wohl jeder Administrator gerne ... ;)

3,4 Milliarden US-Dollar für IBMs Storage-Business

»Don’t miss our comments«: dort stand die Auflösung als Aprilscherz (storagenewsletter.com)»Don’t miss our comments«: dort stand die Auflösung als Aprilscherz (storagenewsletter.com)Unser Kollege Jean-Jacques Maleval von StorageNewsletter.com pflegt auch (fast) jedes Jahr seinen eigenen Aprilscherz. Meistens reimt er sich dabei ungewöhnliche Übernahmen zusammen. Dieses Jahr hat er uns aber wirklich verdutzt. Denn seine Aprilscherz-Meldung – Lenovo übernehme das Storage-Business von IBM für 3,4 Milliarden US-Dollar – könnte tatsächlich mal Realität werden. Denn seit IBM sein Server-Geschäft an Lenovo verkaufte, wollen die Gerüchte nicht verstummen, dass auch mal das Storage-Geschäft nachziehen könnte.

Allerdings wäre dann der von Maleval kolportierte Preis von 3,4 Milliarden US-Dollar sensationell niedrig – und insofern hätte es jedem aus der Storage-Branche auffallen müssen, dass es ein Gag war – oder, verdammt nochmal, vielleicht doch reell, aber mit einem Tippfehler in der Meldung? Wie bereits angemerkt: Für einen kurzen Moment – geben wir offen und ehrlich zu – waren wir elektrisiert. Congratulations, Jean-Jacques… ;)

»Adobe Lens« gestaltet Ihre Umwelt »in Echtzeit schöner«

»Adobe Lens« retuschiert das echte Leben in digital neu »für ein komfortables Nutzererlebnis« (Bild: Adobe)»Adobe Lens« retuschiert das echte Leben in digital neu »für ein komfortables Nutzererlebnis« (Bild: Adobe)Mit »Adobe Lens« setzt Adobe augenzwinkernd auf den Augmented-Reality-Trend. Heißt: Wenn Ihnen Ihre Umwelt nicht gefällt – gestalten Sie sie einfach »in Echtzeit schöner«. Die Bluetooth-fähigen Kontaktlinsen kommunizieren dabei über das Smartphone oder Tablet. Dazu gehört auch eine neue App: »Photoshop Lens Clip Mobile« verarbeitet die übertragenen Daten als Foto- oder Videodatei, und fortschrittliche Algorithmen retuschieren digital »für ein komfortables Nutzererlebnis.«

Bei der von »führenden Augenoptikern mitentwickelten Adobe Lens« setzt Adobe auf ihre populären Programme »Photoshop« sowie »Premiere«, und verknüpft diese mit zukunftsweisender Hardware-Technologie wie transparenten und biegsamen Akkus und Funk-Chips und integrierten Smart-Lotus-Sensoren. – Bei dieser Pressemitteilung muss eine einzigartige Phrasendreschmaschine mitgeholfen haben, Daumen hoch für diese Idee.

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