26.04.2012 (eh) Drucken
(3.7 von 5, 3 Bewertungen)

Gartner: Vergesst PCs, Personal-Cloud ist angesagt

  • Gartner: Vergesst PCs, Personal-Cloud ist angesagt
  • Steigende Smartphone- und Tablet-Absätze rufen Cloud-Services auf den Plan
  • Online-Backup gibt’s schon länger
  • Kunden darf nicht zu einer Speicherplattform gezwungen werden
  • Neue Cloud-Services zum Verwalten von Cloud-Storage-Plattformen
  • Gartner-Empfehlung für Technologie-Anbieter

Das Marktforschungshaus erwartet, dass bis 2013 »Personal Cloud Services« in fast allen vernetzten Verbrauchergeräten enthalten sein werden. Durch Google Apps, iCloud, Dropbox, Hidrive oder Skydrive sehen Nutzer solche cloudbasierte Services zunehmend als Teil ihres digitalen Ökosystems.

Ein Cloud-Service zum Verwalten anderer Cloud-Services (Bild: Smestorage)
Ein Cloud-Service zum Verwalten anderer Cloud-Services (Bild: Smestorage)
Alle Daten aktuell und synchronisiert an einem Ort: Arbeiten mit der Cloud bringt viele Vorteile mit sich. Kürzlich startete Google seine Online-Festplatte »Google Drive«, und macht damit etablierten Anbietern wie Dropbox oder Strato »HiDrive« Konkurrenz. Aber auch Microsoft besserte kurzerhand sein »Skydrive« nach.

Das Gefecht der Cloud-Service-Anbieter ist laut dem IT-Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner erst ein Vorgeschmack – denn es wird noch heißer. Denn bis Ende 2013 sollen in 90 Prozent aller vernetzen Verbrauchergeräte entsprechende Cloud-Services für die Verbraucher zur Nutzung von Inhalten integriert sein, prognostizieren die Marktforscher.

Anzeige

Andrew Johnson, Managing Vice-President bei Gartner, ist sich sicher, dass das Aufkommen von Personal-Cloud-Services stark mit der Einführung des Apple »iPhone 4S« in Zusammenhang steht. Die 4S definiert er so um, was die Anwender von mobilen Geräten am liebsten wollen: Store, Synch, Stream, und Share.

Steigende Smartphone- und Tablet-Absätze rufen Cloud-Services auf den Plan

Bereits in diesem Jahr soll die Nutzung von Cloud-Services rapide ansteigen. Das liege hauptsächlich am wachsenden Interesse, und dass sich Nutzer allmählich beginnen, mit der neuen Technologie auf ihren Smartphones, Tablet-PCs und dergleichen auseinanderzusetzen. Diesen Trend dürfen Händler und Plattform-Provider nicht verpassen, ansonsten würden sie laut Johnson Gefahr laufen, viele Kunden an jene zu verlieren, die einen Cloud-Service anbieten.

Nach Gartners Definition ermöglicht eine Personal-Cloud den Nutzer übergangslos Daten zu speichern und auf diese mit den unterschiedlichsten Geräten über das Internet Zugriff zu haben. Aufgrund der vermehrten Nutzung von Diensten wie Netflix, Google Apps, Amazon Music, Microsoft SkyDrive, Dropbox, Sugarsync, Hidrive, Apples iCloud und – demnächst vermutlich – Google Drive sehen Nutzer cloudbasierte Services als Teil ihres digitalen Ökosystems.

Online-Backup gibt’s schon länger

Dennoch ist der Service der Personal-Cloud nichts neues, denn auf Online-Backup spezialisierte Unternehmen bieten diesen Dienst bereits seit Jahren an. Neu ist, dass die am Markt erhältlichen Geräte wie Smartphones und Tablet-PCs nicht mehr genug Speicherplatz bieten, weswegen man den Nutzern Alternativen zur Verfügung stellen muss.

Gartner schätzt, dass Kunden allein im Jahr 2012 über 220 Milliarden US-Dollar für technische Produkte und Services ausgeben werden. Das entspricht ungefähr zehn Prozent des Jahreseinkommens eines durchschnittlichen Haushalts. Bis 2015 soll dies weiter ansteigen und einen Wert von über 280 Milliarden Dollar übersteigen.

Kunden darf nicht zu einer Speicherplattform gezwungen werden

Wo ein Markt wächst, muss Gartner zufolge natürlich auch ein anderer einbrechen. Daher sind Provider angehalten, die Trends mit zu verfolgen, ansonsten laufen sie Gefahr von neuen Technologien und Bedürfnissen überrannt zu werden und mit dem Tempo am Markt nicht mehr mithalten zu können. Aber auch Anbieter von Cloud-Services müssen vorhandene Konzepte überdenken. Lediglich eine Unterteilung in einen aufkommenden, bzw. gesättigten Markt ist nicht längst nicht mehr ausreichend.

Nichtsdestoweniger werden die bisher gebräuchlichen Speichermethoden nicht über Nacht verschwinden, dennoch sollte man sich dem steigenden Interesse von Cloud-Services bewusst sein. Vor allem sei es wichtig, dass Kunden nicht an eine Plattform zur Speicherung ihrer Daten gezwungen sind.

Neue Cloud-Services zum Verwalten von Cloud-Storage-Plattformen

In den USA entstehen deshalb erst seit ein paar Jahren Verwaltungsplattformen als Cloud-Services, um vor allem Cloud-Storage-Anbieter wie Dropbox, Telekom Cloud, Elephantdrive, CloudSafe, Mozy, LaCie Wuala, Crashplan, Sugarsync, Amazon S3 oder Symform unter einer Oberfläche zu verwalten. Solche neuartigen Dienste heißen Backupify, SMEstorage, Primadesk oder Otixo.

Einige dieser Cloud-Services versuchen, manchmal nur einen oder ein paar, manchmal aber auch sehr viele SaaS-, StaaS- und Social-Media-Angebote unter einer Oberfläche zu verwalten bzw. die Inhalte dieser Services zu sichern – sie positionieren sich sozusagen als der Meta-Cloud-Service.

Gartner-Empfehlung für Technologie-Anbieter

Aufgrund der Schnelligkeit, mir der solche Cloud-Services entstehen, und damit die Personal-Cloud für jeden einzelnen Anwender näher rückt, gibt Gartner den Technologie-Anbietern folgende Empfehlungen:
► Persönliche Cloud-Services sollen in den Mittelpunkt der Entwicklungsarbeit gestellt werden – unsichtbar, aber allgegenwärtig, monetarisieren später.
► Nehmen Sie sich Zeit, Ihre Verbraucher auszubilden und an Cloud-Dienste zu gewöhnen. Erziehen Sie die Anwender über die Rolle der Wolke und stellen Sie dar, wie neue Geschäftsmodelle wie Abo- und Streaming-Dienste die bestehenden Dienstleistungen, die die Anwender bereits kennen, ergänzen können.
► Service-Provider sollten sich darauf einstellen, ihren Anwendern eine »unsichtbare« Inhalte-Synchronisations-Erfahrung zu gönnen.
► Private Cloud-Dienste sollten nicht an ein bestimmtes Gerät oder eine spezielle Plattform gefesselt werden. Eine wichtige unmerkbare Erfahrung sollte sein: Es funktioniert auf allen Geräten.
► Fehler beim Datenschutz oder bei der Service-Zuverlässigkeit könnte dazu führen, dass Verbraucher nicht das Vertrauen in die Sicherheit der Cloud-Services fassen, und dass im schlimmsten Fall wieder auf lokale Speichermöglichkeiten zurückgegriffen wird.

. Kommentar schreiben