Versicherung sichert mit hohen Deduplizierungsraten
Die Versicherungsbranche sammelt Informationen, die über Jahre gesichert und verfügbar vorgehalten werden müssen. Bei hohen Datenvolumina stoßen herkömmliche Backups an ihre Grenzen. Um Engpässe zu vermeiden und die Daten so effizient wie möglich zu sichern, nutzt Signal Iduna eine Deduplizierungslösung von Data Domain.
Jeder, der eine Versicherung abgeschlossen hat, weiß wie sehr sich im Laufe der Zeit der entsprechende Aktenordner füllt. Beim Versicherungsunternehmen fallen diese Informationen gleich tausendfach an – und das täglich. Diese Branche ist wie keine andere dem exponentiellen Datenwachstum und somit auch dem Datenwildwuchs ausgesetzt. Für die IT-Abteilung von SIGNAL IDUNA ist vor allem das Backup eine Problemzone. Schwierigkeiten entstehen durch zu geringe Zeitvorgaben, enorme Aufwände beim Datenmanagement und hohe Performance-Anstrengungen bei der Sicherung an weitere Standorte, zum Beispiel für eine Disaster-Recovery-Strategie.Der Leitgedanke des Unternehmens lautet »Sicherheit durch Selbsthilfe«, dessen Bedeutung gestern wie heute gilt: Niemand kann vorhersehen, was das Leben für ihn bereit hält. Doch jeder kann durch eigene Vorsorge dazu beitragen, die Folgen möglicher Risiken abzusichern. Diesem Motto folgt der Versicherer auch in der IT-Abteilung im eigenen Haus. Hier ist man sich um den Wert der gesammelten Informationen bewusst und stets bemüht, alles für die Sicherheit, den Schutz und die Verfügbarkeit der Daten zu tun. Entsprechend diesen Ansprüchen sucht das IT-Team Lösungen für das Rechenzentrum aus, die flexibel und zukunftstauglich sind.
Backup-Grenzen überwinden
Die IT-Infrastruktur des Versicherers ist vielfältig. Das muss sie auch sein, da fast 7.300 Anwender darauf zugreifen. Das EDV-Team besteht aus 160 Mitarbeitern, die bestrebt sind, die digitale Lebensader des Unternehmens stets am Leben zu halten. Im Rechenzentrum operieren die unterschiedlichsten Applikationsserver wie beispielsweise Microsoft, Oracle »DB2«, Fileserver, Domino-Datenbank oder AIX. Die anfallenden Daten werden auf zwei Speicherebenen gesichert. Auf Tier 1 liegen alle Informationen, die weniger als drei Monate alt sind, auf einem Metro-Cluster aus »N7700«-Arrays mit synchroner Spiegelung von IBM. Ältere Daten werden auf einem »N5200«-Cluster abgelegt und nur noch alle 30 Tage gesichert. Die verwendete Backup-Software ist »NetWorker« von EMC; das Storage-Tier-Modell setzt der Versicherer mit »ARX« von F5 Networks um.
Größte Herausforderungen brachten das Backup und vor allem die tägliche Sicherung mit sich. Mittlerweile fallen pro Tag fünf bis sechs TByte an Datenvolumen an, für die ein Sicherungsfenster von nur zehn Stunden zur Verfügung steht – von 20 Uhr abends bis 6 Uhr morgens. Insgesamt beläuft sich der dezentral gesicherte Datenbestand der Versicherung auf 283 TByte.
»Zuvor erfolgte unsere Datensicherung auf Bandmedien«, erklärt Stefan Gipser, Systemprogrammierer Client/Serversysteme und IT-Spezialist bei Signal Iduna. »Hier stießen wir eindeutig an unsere Grenzen. Das Backup-Fenster drohte zu klein zu werden und die Skalierbarkeitspotenziale waren nahezu erschöpft. Zudem drohten die Performance-Werte bei der Replikation auf den zweiten Standort aus dem Ruder zu laufen und damit unsere Disaster-Recovery-Strategie zu gefährden. Unser Datenbestand wächst extrem schnell, pro Jahr etwa 70 Prozent. Wir mussten nach einer neuen Möglichkeit suchen, das Backup effizient und beherrschbar zu machen.«
Backup-Volumen 17-fach reduziert
Die EDV-Verantwortlichen entschieden sich für eine Deduplizierungslösung aus zwei »DD690«-Systemen von Data Domain. Sie dienen allein der Sicherung der dezentral anfallenden Backup-Daten und bieten jeweils 40 TByte Speicherkapazität. Dabei können sie einen Datendurchsatz von 1,1 TByte/s erreichen. Die Systeme sind nicht im Vollausbau und lassen sich noch erweitern.
Wichtigste Funktionalität ist allerdings die Deduplizierung, die der Signal Iduna wirkliche Verbesserungen beim Backup und Replikationsvorgang ermöglichte. Die Data-Domain-Systeme führen eine Inline-Deduplizierung durch. Hier erfolgt eine Eliminierung aller redundanten Informationen auf Block-Level und im Moment des Sicherns. Nur wirklich eindeutige Informationen und Änderungen selbst in kleinsten Byte-Bereichen – Blöcke, die noch nicht vorhanden sind – werden abgelegt.
»Die guten Resultate der Deduplizierung sprachen für sich«, bestätigt Gipser. »Unser gesicherter Datenbestand von 283 TByte ließ sich auf 16 TByte zusammenfassen. Das entspricht etwa einer 17-fachen Reduktion. Daraus entstehen ganz erhebliche Erleichterungen für unsere Datensicherung«.
Die nun anfallenden täglichen Sicherungen dauern nur noch jeweils acht Stunden und lassen sich bequem im vorgegebenen Zeitfenster realisieren. Durch die Inline-Methode muss der Versicherer keine übergroßen Speicherkapazitäten vorhalten und kann vorhandene Ressourcen optimal ausnutzen. Darüber hinaus müssen durch die Inline-Methode keinerlei Performance-Einbußen bei Backup und Restore befürchtet werden, sondern sie bringt wegen der asynchronen Replikation fast durchwegs Vorteile. Zu hohes oder unkontrollierbares Datenwachstum muss das Unternehmen auch nicht fürchten und als Nebeneffekt lassen sich die Informationen nun viel leichter und überschaubarer verwalten.
Ausfallsicherheit durch Replikation
Um eine Disaster-Recovery-Strategie gut umzusetzen, muss eine reibungslose Replikation auf ein Zwillingssystem an einem anderen Standort erfolgen. Die frühere Lösung wäre mit den gegebenen Bandbreiten nicht mehr ausgekommen oder hätte die gewünschte Performance nicht gewährleisten können. Signal Iduna muss die Verfügbarkeit der Daten garantieren, denn sonst ließe sich im Falle eines Systemausfalls der Kundenservice nicht aufrecht erhalten oder nur mit extrem langen Reaktionszeiten.
Aus diesem Grund sind beide DD690-Systeme über eine »trunked« IP-Verbindung mit zwei Gbit/s-Bandbreite standortübergreifend verbunden. Dadurch kann die nötige Performance garantiert werden. Das IT-Team kann mit bewährten Standards arbeiten, in diesem Fall mit dem CIFS-Protokoll. Durch die asynchrone Replikation sind beide Systeme immer auf dem neuesten Stand und der Ausfall eines Systems hätte keine größeren Auswirkungen auf das Tagesgeschäft.
»Die nun eingesetzte Lösung ist besonders elegant bei der Replikation«, sagt Gipser. »Da nur noch die geänderten Blocks gesichert werden, benötigen wir generell drastisch weniger Speicher-Ressourcen auf beiden Systemen. Die Replikation erlaubt uns eine schnelle Sicherung der Daten. Falls tatsächlich ein System ausfiele, könnte das zweite sofort übernehmen. Für uns ist das sinnvolle und nutzbringende Disaster-Recovery-Planung in Aktion.«
Hohe Reduzierungsraten und schnelle Performance
Gegen die überzeugenden Vorteile und nachweisbaren Reduktionserfolge der Data-Domain-Lösung kamen Wettbewerber nicht an. Entweder wurden nicht diese Reduktionsraten oder die Performance-Werte für die Replikation erreicht. Im speziellen Falle musste eine andere Systemlösung wieder aus der Infrastruktur genommen werden, weil diese die hohen Anforderungen nicht umfassend erfüllen konnte.
Schnelle Installation und Zukunftspotenzial
Im Besonderen sprach auch die schnelle und vor allem reibungslose Installation der Systeme für die Data-Domain-Lösung. Vor allem der Support für ARX und die existierende Speichervirtualisierung war Voraussetzung für eine Implementierung. Von der Konfiguration bis hin zur Inbetriebnahme verging lediglich ein Arbeitstag. Seit Anfang 2009 operieren die Deduplizierungsspeicher reibungslos in der bestehenden Infrastruktur. Das IT-Team verzeichnet nur geringen Verwaltungsaufwand für die DD690-Modelle.
»Wir konnten einen eleganten, schnellen und wirkungsvollen Medienwechsel dank der Data-Domain-Lösung vollziehen«, resümiert IT-Experte Gipser. »Schnelle Installation, hohe Funktionalität durch drastische Datenreduktion und Skalierungspotenzial sind überzeugende Argumente für den Einsatz der Systeme. Für uns gibt es keine andere Methode, Ressourcen so effizient zu nutzen und Daten optimal verwaltbar zu machen.«Herausforderungen
- Einhalten der Backup-Zeiten
- Wechsel von Band- auf Festplatten-Backup
- Einhaltung der Performance-Werte für Replikation
- Datenreduktion
Lösung
- zwei Data Domain DD690 Systeme
- Trunked IP-Verbindung mit 2 Gbit/s für Replikation
- Update der Backup-Software NetWorker
- Integration in F5 ARX
Resultate
- Datenreduktion um das fast 17-fache (von 283 auf 16 TByte)
- Einhalten des Backup-Fensters
- Reibungslose synchrone Replikation an zweiten Standort
- wenig Verwaltungsaufwand
- Erweiterungspotenzial bei Bedarf an weiterem Speicher