13.05.2011 (rhh) Drucken
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Linux-VMs auf dem Hyper-V sichern

Virtuelle Maschinen (VMs) mit Linux als Gastbetriebssystem lassen sich bei Microsofts Virtualisierungs-Plattform »Hyper-V« nicht mit Hilfe des Volume Shadow Copy Service (VSS) sichern, ohne dass man die VM anhalten müsste. Konsequenz: Aus der betreffenden VM heraus sichern.

Der »Volume Shadow Copy Service« (VSS) aus der Microsoft-Welt besteht aus mehreren Komponenten. Dazu gehören die »VSS Writer«, die von den Programmierern einer Applikation erstellt werden. Damit ist der Administrator in der Lage, eine konsistente Sicherung der Applikation und der zugehörigen Daten zu machen, ohne dass er die Applikation oder gar das Betriebssystem anhalten müsste. Dazu müssen die entsprechend vorbereiteten Anwendungen einen VSS-Request ausgeben.

Dies signalisiert den VSS-Writern, dass ein Sicherungsvorgang direkt bevorsteht. Daher stellen die VSS-Writer sicher, dass alle Daten im Hauptspeicher (und in eventuell angelegten Zwischenspeichern) auf die Festplatte geschrieben werden. Damit sind die Daten auf der Festplatte dann in einem konsistenten Zustand und werden auch so gesichert. Resultat: Alles lässt sich sauber und korrekt wiederherstellen.

Hyper-V erfährt VSS-Erweiterung

Diese Sicherungsfunktionalität erfährt beim Hyper-V sozusagen eine Erweiterung. Damit wird es möglich, dass eine VSS-basierte Sicherung auch auf der Ebene des Hyper-V-Hosts erfolgen kann, also auf der Virtualisierungs-Plattform, die als Basis für die einzelnen virtuellen Maschinen fungiert. Dazu wird der VSS-Request über die Integrationsdienste an das Betriebssystem in den Windows-VMs (sprich den Gastbetriebssystemen in der jeweiligen VM) geleitet, wo alle eingetragenen VSS-Writer in der betreffenden VM von den Backup-Vorhaben benachrichtigt werden.

Zusammenspiel der virtuellen Maschinen mit dem Virtualisierungs-Host beim Hyper-V (Quelle: Microsoft)
Zusammenspiel der VMs mit dem Virtualisierungs-Host beim Hyper-V (Quelle: Microsoft)
Damit lassen sich Sicherungsläufe auf der Host-Ebene des Hyper-V anstoßen und die Sicherungen der einzelnen VMs bleiben trotzdem konsistent und sind wiederverwendbar – und das ohne dass etwas in den Gastbetriebssystemen gemacht werden müsste. Das Zusammenspiel zwischen den virtuellen Maschinen und dem Hyper-V-Host zeigt der Beitrag »Prinzipien des Dynamic Memory beim Hyper-V«, der zudem noch auf die Eigenschaften der dynamischen Speicherzuteilung des Hyper-V eingeht.

Linux kennt den VSS nicht

Einzelne Versionen von Linux (wie zum Beispiel einige Suse-Varianten von Novell) werden auf dem Hyper-V unterstützt. Doch die Linux-Betriebssysteme unterstützen ihrerseits den VSS nicht. Damit ist ein auf dem Virtualisierungs-Host angestoßener Sicherungslauf nicht in der Lage, dem Linux in einer Gast-VM mitzuteilen, dass es die VM in einen »konsistenten Zustand für die Sicherung« (also mit einem Leeren der Puffer und Abspeichern auf der Festplatte) bringen soll.

Daher muss der Administrator, wenn er eine Linux-VM sichern möchte, die VM anhalten und dann das Backup ausführen. Falls man sich keine Ausfallzeit des Dienstes leisten kann, hat man aber immer noch die Option, den Sicherungslauf innerhalb der Linux-VM auszuführen und nicht auf der Ebene des Hyper-V-Hosts anzusetzen.


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