16.09.2008 (ubr) Drucken

Gut geplantes Backup sichert Geschäftsabläufe

Backup & Recovery ist nach wie vor das Stiefkind der IT. Viele Unternehmen versuchen, ihre Strategie mit den geringsten Investitionen umzusetzen. Entsprechende Prozesse bieten nur hohe Sicherheit, wenn sie strukturiert und den Anforderungen gemäß geplant werden.

von Ulrike Rieß

 Zum Vergrößern anklicken!  HP »StorageWorks MSA2000«
In vielen Unternehmen wird Backup und Recovery als notwendiges Übel betrachtet, das nur Kosten erzeugt. Dementsprechend erfolgt oftmals die Planung: halbherzig, nicht ganzheitlich und mit dem geringsten finanziellen Aufwand. »Trotzdem erwarten die jeweiligen Unternehmen, dass ihre Datensicherung dem steten Datenwachstum, der Leistungsfähigkeit der Systeme, den Sicherheitsanforderungen und der Ressourcen-Ausnutzung wie auch der Personalausstattung gerecht wird«, sagt Gernot Alexander, Business Manager Enterprise Solutions StorageWorks Division bei Hewlett Packard. »Auch einfache Handhabung spielt eine Rolle, denn immer weniger IT-Verantwortliche müssen immer mehr Daten verwalten.«

Enterprise Strategy Group hat in einer Studie die Hauptprobleme zusammengefasst, denen IT-Abteilungen bei der Datensicherung gegenüberstehen. Die größten Herausforderungen sind dabei noch immer die Zeit, die ein Backup einnimmt, und die Zeit der Wiederherstellung. Auch die Zuverlässigkeit der Prozesse stellt eine Hürde dar.

Eine gute Planung ist die zentrale Basis für Ausfallsicherheit und somit Geschäftstüchtigkeit. Dies lässt sich allerdings nur erreichen, wenn ein sinnvoller, auf alle internen Prozesse und Anforderungen abgestimmter Plan gefasst wird. Dieser sollte zudem unbedingt in schriftlicher Form für Mitarbeiter verfügbar sein. Da hier noch großer Nachholbedarf innerhalb von Organisationen besteht, existieren auch zahlreiche Gefahren für die digitalen Informationen.

Auf vielfältige und individuelle Bedürfnisse abgestimmt

Die Anforderungen an Backup und Recovery sind vielfältig, da jede Organisation unterschiedliche Sicherheitsbedürfnisse hat. Dabei sind zum Beispiel die gesetzlichen Anforderungen firmenabhängig. Die Erwartungen an Backup und Recovery unterscheiden sich womöglich bereits in einzelnen Abteilungen. »Im Rechenzentrum muss man sich mit wachsenden Datenmengen, zu kleinen Sicherungsfenstern und mangelnder Zuverlässigkeit der Sicherung auseinander setzen«, bestätigt HP-Manager Alexander. »In einer untergeordneten Niederlassung sieht das gleich anders aus. Hier müssen die IT-Aufgaben von einem kleinen Team erledigt werden. Dieses Team verwaltet nur die digitalen Informationen. Dennoch soll hier die Zeit für die Verwaltung eine Einsparung erfahren. Hinzu kommen unterschiedliche Sicherungszyklen, verschiedene Backup-Technologien sowie differierende Ansprüche an die Wiederherstellung.«

Generell muss eine Backup-Lösung optimal die Anforderung des Unternehmens erfüllen. Dazu gilt es für den IT-Verantwortlichen zu definieren, welche Ausfallrisiken es gibt, welche Sicherungsabläufe internen Sicherheitsvorgaben entsprechen und wie schnell welche Daten wieder verfügbar sein müssen. Danach lässt sich das Zeitfenster ermitteln. Um hier eventuell die Abläufe zu verschlanken, kann der IT-Administrator auf inkrementelle Sicherungen zurückgreifen, die er täglich durchführt. Bei der inkrementellen Datensicherung werden nur die Daten gesichert, die sich seit der letzten Datensicherung verändert haben oder neu hinzugekommen sind. Um das Tagesgeschäft nicht zu beeinträchtigen, erfolgt dann die vollständige Sicherung aller Daten am Wochenende.

Darüber hinaus muss der IT-Manager feststellen, wie unterschiedlich die Ansprüche einzelner Abteilungen in Bezug auf Backup und Recovery sind. So gibt es in fast jedem Unternehmen eine Abteilung, die auf Teile ihrer Daten nie verzichten kann und diese immer im Zugriff haben muss, beispielsweise in der Produktion oder Entwicklung. Andere Informationen sind für einen gewissen Zeitrahmen entbehrlich, sollte es zu einem Systemausfall kommen. Beispielsweise sind digitale Personalakten für die täglichen Prozesse nicht relevant und können daher bei der Wiederherstellung hintangestellt werden.

Investment in skalierbare und migrationsfähige Systeme

Um dem wachsenden Datenvolumen zu begegnen, sollten EDV-Teams in skalierbare und migrationsfähige Systeme investieren, die zudem in einer Gesamtlösung noch leicht bedienbar sind. Es ist auf die Kompatibilität zu anderen Rechnern oder Betriebssystemen zu achten sowie auf die Option, weitere Hardware problemlos hinzuzufügen. Dabei dürfen keine Insellösungen entstehen oder zu viele Hersteller eingebunden sein, um den Aufwand bei Administration, Schulung und Koordination gering zu halten.

Nicht zuletzt muss ein detaillierter Backup/Recovery-Plan dokumentiert und verfügbar hinterlegt sein. Hier sollten Mitarbeiter, nicht nur die der EDV-Mannschaft, die wichtigsten Anweisungen für den Notfall wiederfinden. So sollte dargelegt sein, wer wofür verantwortlich ist und wie Vertretungen geregelt sind. Ebenso muss der jeweils Verantwortliche erkennen können, in welcher Reihenfolge die einzelnen Rechensysteme bzw. Daten wiederherzustellen sind. Angaben über Backup-Tapes, Boot-CDs oder Ausweichsysteme gehören auch zu einem solchen Plan.

Technik-Mix spart Kosten und Ressourcen

Mittlerweile bietet der Markt verschiedene Backup-Technologien. So kann der IT-Manager beispielsweise zwischen Band- und Festplatten-Lösungen wählen. Allerdings sollte er sich nicht auf nur eine Technik beschränken. Ein Mix beider Welten schafft größere Flexibilität, die gewünschte Skalierbarkeit und Investitionssenkung. »Anwender, die nur auf Tape setzen, haben oftmals enorme Probleme bei den Wiederherstellungszeiten«, erklärt Alexander. »Zudem ist das Medium für manche I/O-Aufgaben schlecht geeignet. Festplatten sind schnell und RAID-geschützt, erzeugen aber höhere Strom- und Administrationskosten. Eine Kombination von Tape und Disk, eventuell mit weiteren Technologien wie Deduplizierung gepaart, kann hervorragende Effizienz gewährleisten. Backup-Fenster lassen sich damit besser einhalten, ebenso die Vorgaben für die Recovery-Zyklen. Darüber hinaus lässt sich so hohe technische Sicherheit und Zuverlässigkeit mit Green IT verbinden, da auch der Energieaufwand minimiert wird.«

Backup-to-Disk-to-Tape setzt sich immer weiter durch und ist eine sinnvolle Kombination verschiedener Technikkomponenten. In erster Instanz erfolgt eine Sicherung auf Festplatten. Die Prozesse laufen schnell, die Daten sind durch RAID-Schutz äußerst sicher und tägliche Abläufe werden nicht beeinträchtigt. Danach vollzieht sich das Backup auf Band. Dabei kann wiederum eine so genannte Virtual-Tape-Library (VTL) zum Einsatz kommen. Dieses Plattensystem emuliert die Daten wie eine echte Bandbibliothek, bevor sie dann auf realen Bändern enden. Die Vorteile sind zum einen der schnelle Random-Zugriff auf Disk. Zum anderen gibt es die Risiken nicht, die auf Band von stetem Spulen, Schreiben und Lesen entstehen können. Auch lassen sich korrupte Daten leichter eliminieren, da diese bereits vom Disksystem erkannt werden. Darüber hinaus ist das Risiko eines Diebstahls verringert. Alle Sicherungsvorgänge finden automatisiert und einem Zeitplan entsprechend statt.

Die Vorteile der Bandtechnologie zeigen sich im geringeren Stromverbrauch, da der IT-Manager sie nur bei Bedarf einschalten muss, im Preis und in der Sicherheit. Hacker oder Viren haben hier kaum eine Chance. Die Medien selbst lassen sich einfach auslagern. Zum besseren Schutz kann der Administrator die Daten verschlüsselt ablegen. Bessere Ressourcen-Nutzung erreicht er durch hohe Komprimierungsfaktoren.

»Anwender, die auch ihren Plattenplatz optimal nutzen möchten, können nun Deduplizierung in ihren virtuellen Library-Systemen einsetzen«, sagt HP-Manager Alexander. »Dabei vergleicht ein Algorithmus Datenblöcke, die auf das Backup-Gerät geschrieben werden, mit bereits vorhandenen gesicherten Datenblöcken. Findet das Tool Dubletten, so ersetzt es diese mit einem Pointer. Das passiert auf Block-Level und nicht auf File-Level, was das gesicherte Datenvolumen deutlich reduziert. Somit hat der Nutzer alle seine Daten verfügbar, ohne übermäßige Speicher-Ressourcen für doppelte Datenblöcke zu binden.«

Kombination Tape und Disk für ein breites Einsatzspektrum

 Zum Vergrößern anklicken!  HP »StorageWorks EVA4000«
Um die unterschiedlichen Backup/Recovery-Anforderungen zu bedienen, kann der IT-Verantwortliche aus einem breiten Produktportfolio wählen. Im Hardware-Bereich offeriert beispielsweise HP verschiedene Backup-to-Disk-Lösungen, wie »Modular Storage Array«(MSA) mit SATA-Platten oder »Enterprise Virtual Array«(EVA) mit FATA-Platten. Zu den Disk-Systemen gehören die MSA- und EVA-Systeme für den kleineren und mittleren SAN-Bereich sowie die hochleistungsfähige »XP«-Serie für den Enterprise-Einsatz. Mit Deduplikation stattet der Anbieter seine Reihe »StorageWorks Virtual Library System« (»Accelerated Deduplication« für größere Umgebungen) sowie die Modelle »2500« und »4000« der »StorageWorks D2D Backup System«-Familie (»Dynamic Deduplication«) aus. Mit diesen beiden recht unterschiedlichen Deduplikations-Verfahren sollen sich die Bedürfnisse unterschiedlicher Unternehmen befriedigen lassen. Bei der Bandtechnik verfügt HP über verschiedene Klassen von Bandbibliotheken sowie Autoloader und einzelne Bandlaufwerke. EDV-Leiter können zum Beispiel LTO-Format erhalten oder auch DAT einsetzen. Optimale Bedienung und Ausnutzung dieser Hardware verspricht die Software »Data Protector«, die der IT-Verantwortliche mit erwerben kann.

»Wer heute sein Backup vernünftig planen und auf eine solide Basis stellen möchte, der muss nicht mehr zwei oder mehr Hersteller bemühen«, propagiert Alexander. »Unsere Partner bzw. HP-Mitarbeiter können gemeinsam mit dem IT-Team das Backup/Recovery planen und mit unseren Produkten sinnvoll aufsetzen. Dabei können wir zum einen die Anforderungen ganzheitlich betrachten und verschiedene Lösungsansätze vorschlagen. Backup/Recovery sollte für kein Unternehmen lästige Notwendigkeit sein. Vielmehr sollten sie erkennen, dass gut strukturierte und sinnvoll umgesetzte Datensicherung nicht nur effizient, sondern auch der Geschäftstüchtigkeit dienlich ist.«


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