24.02.2011 (kfr) Drucken
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Disaster-Recovery zu wenig beachtet

Ausfallzeiten quittiert der Geschäftsalltag mit hohen Kosten. Studien belegen allerdings, dass viele Firmen erst nach Zahlung eines Lehrgelds bereit sind die nötigen Investments zu tätigen. Selbst dann kommt das Disaster-Recovery immer noch zu kurz.

Von Karl Fröhlich, Engelbert Hörmannsdorfer

Im Schnitt kostet es Firmen etwa 2.300 Euro pro Tag, wenn die IT-Infrastruktur still steht. Vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs) ist dies eine stolze Summe, die eigentlich Antrieb genug sein sollte, sich ausreichend abzusichern. Trotzdem wird der IT-Katastrophenschutz überwiegend sträflich vernachlässigt. Dies ist das Resümee der Symantec-Studie »2011 SMB Disaster Preparedness Survey«.

Von den 1.288 weltweit befragten Firmen besitzen 41 Prozent keinen Plan für den Notfall. Im EMEA-Bereich sind es sogar mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer. Nur 34 Prozent haben außerdem vor, Richtlinien und Gegenmaßnahmen für den Ernstfall zu entwickeln. Richtiggehend befremdlich: Für 20 Prozent ist ein solcher Plan für ein Disaster-Recovery überhaupt kein Thema.

Die Gründe oder vielmehr Ausreden für die schlechte Vorbereitung auf Cyberattacken, Naturkatastrophen und Stromausfälle sind vielfältig. Den meisten genügt es, bisher nie betroffen gewesen zu sein. Die Hälfte der Befragten gibt an, dass ihr Computersystem nicht unternehmenskritisch sei. Diese Einstellung ändert sich allerdings nach einem IT-Ausfall oder Datenverlust schlagartig. Trotzdem bleiben viele auf halbem Weg stehen. So erstellte gut ein Drittel der befragten Firmen in den vergangenen sechs Monaten ein eigenes Disaster-Recovery-Konzept (weltweit 52 Prozent), aber nur 25 Prozent testeten es auch.

Ebenfalls bedenklich: In deutschen Unternehmen fallen deutlich mehr Daten an als in anderen Nationen. Dies behauptet der »Global Disaster Recovery Index«, eine von Acronis in Auftrag gegebene Untersuchung des Ponemon-Instituts. Hierzulande gilt es täglich 161 GByte neue Daten zu sichern. Der weltweite Durchschnitt hat sich bei rund 106 GByte eingependelt. Eine globale Erkenntnis der Studie: Störungen und Fehler beim Backup von virtuellen Umgebungen treten ebenso häufig auf wie bei physikalischen Maschinen. Die Herausforderung für IT-Abteilungen besteht heute darin, dem Datenwachstum in hybriden Umgebungen gerecht zu werden. Dies schließt physische, virtuelle und Cloud-Speicher ein.

Fallbericht Käserei Champignon mit D2D2T
Die Käserei Champignon reduziert mit einer Disk-Backup-Lösung mit Deduplizierung die Sicherungszeit sowie den Bedarf an Festplattenspeicher um nahezu 95 Prozent (speicherguide.de berichtete). Der Mittelständler beschäftigt rund 1.100 Mitarbeiter und exportiert in 55 Länder weltweit. »Die riesige Menge an Backup-Daten überforderte die Leistungsfähigkeit und Kapazität unserer bisherigen Tape-Library«, erklärt Uwe Ströbel, Leitung IT-Services beim Allgäuer Familienbetrieb. Die inkrementelle Sicherung dauerte zuletzt von neun Uhr abends bis elf Uhr morgens und beeinträchtigte dadurch spürbar die Netzwerk-Performance während der Arbeitszeit. Außerdem galt es pro Woche neun DLT-Bänder auszutauschen und auszulagern – eine Belastung für das Datenmanagement.

Da viele Daten in den virtuellen Maschinen am Hauptsitz Heising redundant vorgehalten wurden, versprach Dedup ein hohes Einsparpotenzial. Die neue Architektur halbierte den Sicherungsaufwand auf etwa sieben Stunden und die ursprünglich rund 92 TByte Daten nehmen dedupliziert nur noch sechs TByte auf der Quantum »DXi7500« ein. Eine Bandbibliothek Typ »Scalar i500« übernimmt die Langzeitarchivierung und lagert für das Disaster-Recovery auf Band aus.

Fallbericht Recovery-Tests bei Real Madrid
Der Fußballverein Real Madrid C.F. speichert rund zehn TByte Daten auf 30 Servern. Der Informationsbestand setzt sich dabei aus Geschäftsablauf-Systemen wie Personalwirtschaft, Finanzen und CRM, Datenbanken und E-Mails zusammen. Das Speichernetzwerk, das die zentralisierte Architektur des Datenzentrums ausmacht, liegt im »Santiago Bernabeu Stadion«. Zur Absicherung der Geschäftskontinuität und Einhaltung der Rechtsnormen setzt der Club auf die Datensicherungs-Software CA »ARCserve«, die aktuell auch auf die virtualisierten Umgebungen ausgedehnt wird.

IT-Manager José Manuel Peña Arroyo legt großen Wert auf die Verlässlichkeit der bei ihm eingesetzten Produkte. Diese müssen zudem anpassungsfähig auf die sich weiterentwickelnden Anforderungen sein – und all dies kostenoptimiert. Die IT-Abteilung führt außerdem regelmäßig Wiederherstellungstests durch, um die ordnungsgemäße Abwicklung des vorhandenen Prozesses und Systems zu überprüfen. Reaktive Wiederherstellungen auf Nutzernachfrage werden über das CA Service-Desk angefordert. Dabei handelt es sich um eine von CA Technologies bei Real Madrid implementierte Software, die als unternehmenseigene Helpdesk-Lösung dient.


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