Die SNW Europe 2009, die am 27. und 28. Oktober 2009 stattfindet, steht unter dem Motto »Die Kraft der Drei«. Dies soll verdeutlichen, dass sich die Ausstellung nun auf drei Standbeine stützt. Zusätzlich zum Speicherbereich werden die Themen Virtualisierung und Rechenzentrumstechnologien mit den Konferenzprogrammen und Ausstellungen der »Virtualization World« und »Datacenter Technologies« bedient. Damit folgt der Veranstalter nicht nur derzeit gängigen Trends, sondern versucht auch weitere Besucher und Hersteller für sich zu interessieren.
SNW: Info- und Kontaktbörse
(Bild: speicherguide.de)
Die Aussteller- und Sponsorenlisten ähneln aber sehr denen der vergangenen Jahre. Im Virtualisierungsumfeld hätte man wenigstens VMware oder Microsoft erwartet, die glänzen aber mit Abwesenheit. Nur Citrix ist mit Pressemeldungen auf dem SNW-Portal vertreten. Zu den üblichen Verdächtigen, die an der SNW Europe 2009 teilnehmen, gehören unter anderem APC, Brocade, CA, EMC, Fujitsu, HDS, IBM, NetApp sowie Quantum und Tandberg Data. Darüber hinaus sind beispielsweise 3Par, DataCore, FalconStor, F5 Networks, Syncsort, OSL und N-TEC vertreten.
Effizienz und Ressourcennutzung im Fokus
Die meisten Unternehmen kämpfen immer noch mit den ökonomischen Umständen. Daher setzt die Ausstellung vor allem die Technologien und Ansätze in den Mittelpunkt, die Einsparpotenzial zeigen oder effiziente Ressourcennutzung versprechen. So findet der Veranstaltungsbesucher zahlreiche Beiträge zu Datendeduplizierung, Rechenzentrumsökonomie, Solid-State-Disk (SSD), Speichervirtualisierung oder Netzwerkkonvergenz. Eine große Rolle spielt auch Cloud-Computing, dem sich mehrere Redner im Vortragsprogramm widmen. Im Bereich Datacenter Technologies und Virtualization World ist dafür sogar am 27. Oktober von 13:30 Uhr bis 17:30 Uhr ein Cloud-Summit mit fünf dedizierten Vorträgen anberaumt.
Darüber hinaus gibt es verschiedene allgemeine Eindrücke über derzeitige Trends, Standards und Strategien. Dazu gehören Beiträge zu Fibre-Channel-over-Ethernet, Trends und Veränderungen im derzeitigen Geschäftsklima, effiziente Datensicherung oder dynamische Infrastrukturen. Um insgesamt bei den Vorträgen einen roten Faden zu finden, hat der Veranstalter verschiedene Überbegriffe zur Orientierung gewählt.
Außer den Keynotes und Hot-Topics sind die Themen File-System-Management, Solid-State-Storage, Storage-Management, Data-Protection, Security und Networking Wegweiser zu den einzelnen Präsentationen. Darüber hinaus gibt es am ersten Tag einen Block, der nur mit Anwenderberichten gefüllt ist und praxisbezogene Problemlösungen vorstellen soll. Präsentierende Anwender sind Cirquent, Deutsche Post, E.ON, Freudenberg IT, GISA, Österreichische Kontrollbank, Postbank Systems, und Signal Iduna. Unter anderem berichten die Redner von Installationen von Deduplizierungssystemen, Virtualisierungslösungen, Backup-Konzepten und Migrationsprojekten.
Tagesplan von speicherguide.de
Im PDF neban gibt die Redaktion eine Empfehlung, welche Beiträge sinnvoll scheinen und einen Besuch wert sind bzw. wie speicherguide.de beide Messetage gestalten würde. Parallel zu den Vorträgen können sich auch in diesem Jahr einzelne Firmen mit ihren Produkten und Lösungen im Ausstellungsbereich vorstellen. Darüber hinaus hat der interessierte Besucher auch in diesem Jahr die Gelegenheit, Produkte in einer Live-Demo im Praxislabor der SNW Europe zu testen.
SNIA und Bitkom zeigen starke Präsenz
Zur diesjährigen SNW Europe zeigen die übergreifenden Gremien SNIA (Storage Networking Industry Association) und BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien) durch zahlreiche Vorträge und ein Anwenderforum starke Präsenz. So besetzt die Bitkom einen gesamten Vortragsblock am zweiten Messetag mit ihrem Anwenderforum. Eröffnet wird dieser Block von Professor Jörg Menno Harms, Mitglied des Bitkom-Hauptvorstands mit dem Vortrag »Virtualisierung – Schlüssel zur IT der Zukunft«, gefolgt von dem Beitrag »Trends bei der Virtualisierung« von Dr. Ralph Hintemann vom Borderstep Institut. Der Rest des Tages wird von den Foren »Rechenzentren«, »Server/Speicher/Hardware«, »Thin Client/Server-based Computing« und »Cloud Computing« bestimmt.
Der SNIA bzw. deren Mitgliedern stehen insgesamt fast drei vollständige Beitragsblöcke zur Verfügung. Am 27. Oktober findet der Messebesucher in Track A und Track D ausnahmslos SNIA-Tutorials. Am zweiten Veranstaltungstag ist Track A bis auf einen Beitrag durchgehend wieder mit Tutorials des Verbandes besetzt. Diese Vorträge sollen helfen, komplexe Themen leichter zu verstehen und Tipps geben, wie man diese in der eigenen IT-Infrastruktur nutzen kann. So werden Technologien wie SSD, Datendeduplizierung, FCoE oder Information-Risk-Management erläutert.
Mit Spannung erwartet
Die Wirtschaftskrise zeigte ihr volles Ausmaß erst nach der letzten SNW Europe. Aus diesem Grund wird die SNW Europe 2009 von den Veranstaltern und den teilnehmenden Herstellern mit Spannung erwartet. Viele Unternehmen sehen sie als Maßstab und Trendgeber für weitere Marketing- und Messe-Aktivitäten. Bei einem schlechten Endergebnis müsste die SNW im nächsten Jahr wohl doppelt so hart um die Gunst der Sponsoren buhlen. Die Veranstaltung versucht sich mit internationalem Flair zu umgeben. Allerdings gipfelt das nur in einer Endlosliste an englischsprachigen Vorträgen, obwohl der Großteil der Besucher sicher aus dem deutschen Sprachraum kommt. Hier ist eine Abkehr wünschenswert, da gerade komplexe Themen schwer zu verstehen sind, wenn sie nicht in der Muttersprache erklärt werden. Damit könnte die SNW Europe sicher echte Akzeptanz beim Besucher erreichen.