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[30.07.2009] (ubr)
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Im Interview: Atempo

Matthias Hintenaus, Managing Director Northern & Central Europe, Atempo

Disk-Backup hat mittlerweile Bandmedien im Bereich der Datensicherung in vielen Umgebungen abgelöst. Administratoren schätzen die Verfügbarkeit, Skalierbarkeit, Flexibilität und Funktionalitäten, die ihnen damit zur Verfügung stehen. Zu den wichtigsten Funktionen der letzten Jahre gehören Deduplizierung, Continuous-Data-Protection und synchrone Replikation. Diese sollen die immer wieder auftretenden Probleme wie Datenwildwuchs und zu kleine Backup-Fenster beheben sowie zuverlässige Desaster-Recovery-Strategien garantieren. Ein gutes Backup ist letztlich die Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Restore.
Wir sprachen mit Matthias Hintenaus, Managing Director Northern & Central Europe bei Atempo.

Backups sind der strategisch lebenswichtige Punkt für Unternehmensdaten. Welche Probleme hat der Anwender heute im Backup-Umfeld?

 Matthias Hintenaus 
Matthias Hintenaus
Hintenaus: Bei einem durchschnittlichen Datenwachstum von bis zu 50 Prozent pro Jahr wird es vor allem in verteilten Umgebungen immer schwieriger, Daten innerhalb eines vorgegebenen Zeitfensters mit einer zentralen Backupstrategie zu sichern. Ein Problem dabei ist die Tendenz hin zu mobilen Mitarbeitern, die sich zwar von überall aus ins Unternehmensnetzwerk einwählen können, ihre Daten jedoch nur unregelmäßig – zum Teil über Netzwerke mit geringer Bandbreite – sichern. Datenausfälle, die zu Produktivitätseinbußen und damit verbundenen Kosten führen, sind an der Tagesordnung. Verschärft wird diese Situation durch Compliance- und unternehmensinterne Vorschriften im Hinblick auf das Backup.

Wie bewältigt er diese Schwierigkeiten?

Hintenaus: Eine gute Möglichkeit bietet eine inkrementelle Datensicherungsstrategie auf Disk mit Deduplizierung und zusätzlich optional Datenkompression. Durch das Eliminieren von Redundanzen auf Block-Level werden Backup-Zeiten verkürzt, der Bedarf an Speicherkapazitäten verringert und bei der Übertragung auf Server- bzw. Speicher-Netzwerkbandbreite reduziert. Letzteres ermöglicht auch die einfache Anbindung von verteilten Standorten oder mobilen Mitarbeitern an die zentrale Backup-Infrastruktur – oder aber eine redundante Datenvorhaltung via Replikation mit integrierten Verschlüsselungsfunktionen.

Welche Funktionen muss ein Backup auf jeden Fall umfassen?

Hintenaus: Idealerweise wird das Backup von einer beliebigen Anzahl an Servern, Laptops und Desktops standortübergreifend und plattformunabhängig von einer zentralen Managementschnittstelle aus verwaltet, die eine schnelle Wiederherstellung der Daten zu jedem beliebigen Zeitpunkt erlaubt. Besonders in verteilten Umgebungen mit einer zentralen Datensicherung zeigen sich außerdem die Vorteile eines vom Endanwender initiierten Recovery einzelner Dateien, wobei die Zugriffsrechte natürlich vorher vom Administrator festgelegt werden. Ebenfalls nicht fehlen sollten neben der bereits angesprochenen Deduplizierungstechnologie fortschrittliche Sicherheitsverfahren wie Verschlüsselung, digitale Signaturen und eine hierarchische Schlüsselverwaltung, die gegebenenfalls an den vorher festgesetzten Wert der Daten für das Unternehmen angepasst werden können.

Welche Vorteile hat eine CDP-Sicherung und in welchen Einsatzszenarien ist dieses Verfahren unerlässlich?

Hintenaus: Der wohl größte Vorteil einer kontinuierlichen Datensicherung liegt auf der Hand: im Falle eines Disaster-Recovery liegen die Daten immer in der aktuellen Version vor. Werden zusätzlich zu den Geschäftsdaten auch Konfigurationsdateien gesichert, ist jederzeit ein Bare Metal-Disaster-Recovery oder ein Full System-Rollback möglich. Die Stärke von CDP zeigt sich vor allem in Unternehmen mit einer großen Zahl an mobilen Mitarbeitern oder Mitarbeitern, die von zu Hause aus arbeiten: Während die Endanwender von der Last befreit werden, regelmäßig das Backup ihrer Daten manuell vorzunehmen, profitieren die IT-Abteilungen von einer einheitlichen, zentralen Datensicherung.

VTL und Deduplizierung gehen oft einher. Ab wann sollte eine solche Backup-Lösung eingesetzt werden?

Hintenaus: Der Einsatz einer Virtual-Tape-Library in Kombination mit Deduplizierung ist vor allem für Unternehmen mit einer vielschichtigen Speicherstruktur ratsam, die auf die gesicherten Daten im Notfall extrem schnell zugreifen müssen. Dabei gilt, dass je höher der Anteil an redundanten Daten ist, desto mehr profitieren Unternehmen von solch einer Architektur.

Gibt es einen Trend im Backup-Umfeld?

Hintenaus: Das Potenzial von Deduplizierung ist noch nicht voll und ganz ausgeschöpft. Während Deduplizierung bisher hauptsächlich im Rechenzentrum zum Einsatz kam, sorgt es bei intelligenten Softwarelösungen wie unserem »TimeNavigator« mit dem neuen Modul »HyperStream Server« und Disk-Speichern mit geringerer Kapazität jetzt auch für weniger Speicherbedarf in Niederlassungen oder sogar Heimbüros sowie für geringeren Bandbreitenbedarf bei der Übertragung. In Zukunft werden außerdem die Vorteile der Kombination von CDP-Technologien und Deduplizierung noch weiter ausgebaut werden.

Was können Online-Backup-Dienste wirklich leisten? Ist das ein absehbarer Trend?

Hintenaus: Online-Backup bietet sicherlich einige Vorteile wie geringeren IT-Aufwand, keine Investitions- und Betriebskosten, schnelle Datenverfügbarkeit, festlegbare Service-Level-Agreements sowie oftmals bedarfsbezogene Bezahlungsmodelle. Oftmals überwiegen jedoch Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit. Vor allem Branchen mit erhöhten Sicherheitsanforderungen wie im Banken-, Versicherungs- oder Gesundheitswesen werden zögern, ihre unternehmenskritischen Daten uneingeschränkt in die Hände eines externen Dienstleisters abzugeben. Doch die Erfahrung hat gezeigt, dass diese Bedenken in vielen Fällen unbegründet ist.
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