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[30.07.2009] (ubr)
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Im Interview: SNIA Europe

Stefan Ehmann, Chairman, SNIA Europe, German Committee

Disk-Backup hat mittlerweile Bandmedien im Bereich der Datensicherung in vielen Umgebungen abgelöst. Administratoren schätzen die Verfügbarkeit, Skalierbarkeit, Flexibilität und Funktionalitäten, die ihnen damit zur Verfügung stehen. Zu den wichtigsten Funktionen der letzten Jahre gehören Deduplizierung, Continuous-Data-Protection und synchrone Replikation. Diese sollen die immer wieder auftretenden Probleme wie Datenwildwuchs und zu kleine Backup-Fenster beheben sowie zuverlässige Desaster-Recovery-Strategien garantieren. Ein gutes Backup ist letztlich die Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Restore.
Wir sprachen dazu mit Stefan Ehmann, Chairman bei SNIA Europe, German Committee.

Backups sind der strategisch lebenswichtige Punkt für Unternehmensdaten. Welche Probleme hat der Anwender heute im Backup-Umfeld?

 Stefan Ehmann 
Stefan Ehmann
Ehmann: Dies lässt sich so kaum pauschalisieren und hängt stark von den eingesetzten Verfahren ab. Eine Problematik ist jedoch generell zu beachten: Alle Backups müssen permanent auf technische und logische Konsistenz geprüft werden. Überdies wird im Allgemeinen der Restore vernachlässigt und zu wenig getestet.

Wie bewältigt er diese Schwierigkeiten?

Ehmann: Auch dies hängt stark von den jeweiligen Technologien ab. Generell sollten Unternehmen das Backup nicht als notwendiges Übel betrachten, sondern hierfür die notwendigen Ressourcen – wie geeignete Speichermedien, eine leistungsfähige Backup-Software sowie qualifiziertes Personal – bereitstellen.

Welche Funktionen muss ein Backup auf jeden Fall umfassen?

Ehmann: Dies kann je nach den individuellen Anforderungen des Unternehmens variieren. Wichtig ist jedoch, dass ausgefeilte Funktionen für Backup und Restore, für das Monitoring von eventuellen Fehlern sowie für die Qualitätssicherung der Backups integriert sind.

Welche Vorteile hat eine CDP-Sicherung und in welchen Einsatzszenarien ist dieses Verfahren unerlässlich?

Ehmann: Eine CDP-Sicherung ist immer dann die bessere Alternative, wenn das klassische Backup an seine Grenzen stößt. Während sich herkömmliche Datensicherungsprozesse an der Zeit orientieren, richtet sich CDP nach Transaktionen und lässt sich somit besser mit der betrieblichen Wertschöpfung verzahnen.

VTL und Deduplizierung gehen oft einher. Ab wann sollte eine solche Backup-Lösung eingesetzt werden?

Ehmann: Am Markt sind mittlerweile VTLs und Deduplizierungslösungen für fast alle Unternehmensgrößen erhältlich. Entscheidend ist allein, die Technologien im Vorfeld zu verstehen und den bestmöglichen Nutzen aus der jeweiligen Lösung zu ziehen.

Was muss der Anwender beachten, wenn er virtualisierte Serverumgebungen ins Backup integriert?

Ehmann: Virtuelle Server verhalten sich gerade beim Backup anders als physische Maschinen. Zu beachten ist, dass das Backup die virtuellen Server und die zugrunde liegende Hardware belastet. Dieser Umstand ist bei der Bemessung der Leistungsfähigkeit der Umgebung unbedingt zu berücksichtigen.

Welche Rolle spielen Bandmedien noch beim Backup? Ist hier der Paradigmenwechsel abgeschlossen und das Band in den Archivbereich verbannt?

Ehmann: Die Rolle von Tapes im Backup-Umfeld hat sich zwar verändert. Dennoch haben Bandsicherungen nach wie vor ihre Daseinsberechtigung. Gerade in kleinen und mittelständischen Unternehmen kommen auf Grund der Kostenvorteile noch häufig Bandmedien zum Einsatz.

Gibt es einen Trend im Backup-Umfeld?

Ehmann: Ein klarer Trend im Backup-Umfeld geht hin zu Continuous Data Protection. Die Technologie übernimmt kontinuierlich Veränderungen an Datensätzen und speichert sie unter Beibehaltung der Originaldaten. CDP bildet damit eine gute Ergänzung zur klassischen Rücksicherung. Auch Deduplizierung ist für das Backup im Kommen. Damit lassen sich unnötige Datenkopien vermeiden und Ressourcen sparen.

Was können Online-Backup-Dienste wirklich leisten? Ist das ein absehbarer Trend?

Ehmann: Online-Backup-Dienste können herkömmliche Datensicherungsprozesse in Unternehmen nicht ersetzen. Trotzdem haben sie ihre Berechtigung als Outtasking für kleinere Betriebe, beziehungsweise im Notebook-Umfeld.
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