Leserfrage: Ergänzend zur Frage »Wann sollten SATA-Platten ersetzt werden?«: Desktop-Festplatten mit SATA-Schnittstelle arbeiten doch auch mit einem anderen Timing-Verhalten? Daher kann es vorkommen, dass der RAID-Controller eine Disk nicht mehr erkennt. In so einem Fall hat man doch direkt einen Rebuild-Fall, oder?
Antwort Doc Storage:
Jede Festplatte verfügt über eine interne Fehlerkorrektur. Tritt ein Lesefehler auf, versucht das Laufwerk die Daten unter Verwendung aller internen Optionen trotzdem auszulesen und nimmt sich für diesen Vorgang sehr viel Zeit. In der Praxis kann dies Sekunden dauern.
RAID-Festplatten geben dem Controller nach zwölf Sekunden Bescheid, dass ein Fehler vorliegt. Moderne Hardware-Controller holen sich die fehlenden Informationen aus dem RAID-Verbund und merken sich den defekten Sektor.
Herkömmliche Desktop-Drives geben keine vorzeitige Rückmeldung, was tatsächlich dazu führen kann, dass ein Laufwerk vom Controller als defekt eingestuft und aus dem RAID-Verbund herausgenommen wird. In diesem Fall tritt sofort ein Rebuild ein und die RAID-Gruppe wird als degraded eingestuft. Man kann zwar noch auf die Daten zugreifen, aber vor allem das Schreiben (und hier vor allem bei SATA-Platten) ist deutlich langsamer bzw. kaum noch möglich.
Bei den internen Optionen versucht das Laufwerk unter anderem Lesewiederholungen, Mikropositionierungen und Fehlerkorrektur auf Teilbereiche der gelesenen Daten anzuwenden. Das kann dann schon etwas dauern, insbesondere weil dieses Vorgehen für jeden einzelnen Sektor zutrifft und wenn Fehler über mehrere Sektoren gehen führt dies zu einem Timeout des Kommandos.
Grüße
Doc Storage