Karl Fröhlich,
ChR speicherguide.deDie Storage-Welt unterscheidet zwischen Primary- und Secondary-Speicher. Das heißt, wichtige Produktivdaten (Primary) – ohne die der Geschäftsbetrieb nicht aufrechterhalten werden kann – müssen im ständigen Zugriff stehen und benötigen daher ausfallsichere und zuverlässige Storage-Systeme. Backups, archivierte Daten oder Kopien sind zwar wichtig, aber der direkte Zugriff darauf im ersten Schritt nicht wirklich zeitkritisch. Für diese Secondary-Daten können Unternehmen auf Speicher-Systeme mit einem günstigen Preis-/Leistungsverhältnis zurückgreifen. Speziell Disk-Arrays mit SATA-Festplatten sind für diesen Einsatzzweck prädestiniert.
Während SATA-RAIDs mit rund einem TByte nur wenige 1.000 Euro kosten, müssen Firmen für ein SCSI/FC-System mindestens einen fünfstelligen Betrag ausgeben. Dieser Preisunterschied treibt immer mehr Unternehmen dazu, generell auf die »billigen« Harddisks zu setzen. Das erhöhte Risiko eines Festplattenausfalls bleibt dabei meistens schlicht unbeachtet. Ein SATA-Laufwerk ist grundsätzlich nicht schlecht, aber als Massenprodukt für den Einsatz in Desktop-PCs konzipiert. In der Regel sind sie nur für eine Betriebsdauer von acht Stunden pro Tag ausgelegt. Das Ausfallrisiko gegenüber FC-Disks ist im 24-Stundenbetrieb rund vier Mal höher.
Als komplexes mechanisch arbeitendes Gerät ist die Harddisk grundsätzlich anfällig gegen Defekte. Die RAID-Technik ist zwar dazu da, einen Datenverlust bei einem Plattendefekt zu verhindern. Einen vollständigen Schutz garantiert sie aber nicht. Steht im Ernstfall – nach dem Defekt einer Harddisk – während des Rebuild des RAIDs keine weitere Platte zur Verfügung, falls noch ein Drive ausfällt, sind sämtliche Daten verloren. Und das können inzwischen mehrere TByte sein.
Glauben Sie nicht, dass dies ein eher unwahrscheinliches Szenario darstellt. In Arrays kommen meistens Laufwerke aus der gleichen Produktionscharge zum Einsatz, die unter identischen Belastungsbedingungen dann auch durchaus zur selben Zeit ausfallen können. Abgesehen davon, dauert der Rebuild eines mehreren TByte großen RAID-5-Verbandes viele Stunden, wenn nicht Tage. Hier droht ein ständiger Datenverlust, gepaart mit Systemstillstandszeiten und im Endeffekt hohen Wartungskosten.
Ein herkömmliches SATA-RAID stellt kein Hochverfügbarkeitssystem dar. Die günstigen Anschaffungskosten haben daher einen Grund. Seien Sie sich dessen bewusst, wenn Sie Ihre unternehmenskritischen Daten darauf speichern. Ein Systemstillstand kostet bares Geld. Tritt er trotz aller vorbeugenden Maßnahmen doch ein, muss er daher so kurz wie irgend möglich gehalten werden.
Auch wenn es die Anbieter zur Weißglut treibt, speicherguide.de wird gebetsmühlenartig immer wieder auf diesen Umstand hinweisen. Wir sagen nicht, SATA-RAIDs sind schlecht – wir wollen aber auf das mögliche Risiko eines Datenverlusts hinweisen. Desktop-Platten fangen einfach nach zwei, drei Jahren an zu zucken. Ich kann das aus eigener Erfahrung bestätigen. Wenn Sie sich dessen nicht bewusst sind, fliegt Ihnen Ihre Datenspeicherung um die Ohren...
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