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[22.05.2006] (kfr)
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Backgrounder Autoloader

Autoloader besitzen normalerweise nur ein Bandlaufwerk und die Stellplätze variieren in der Regel zwischen sieben und 22. Ein Roboter entnimmt die einzelnen Tapes automatisch, legt sie in den Streamer und befördert sie nach vollendetem Backup oder Restore wieder in den dafür vorgesehenen Slot.

von Karl Fröhlich, Ulrike Rieß


Von einer Tape-Library spricht man bei zwei oder mehreren Bandlaufwerken. Die Anzahl der Bänder beginnt bei 20 und reicht bis zu mehreren Tausend. Des Weiteren lassen sich Librarys skalieren; eine Eigenschaft, die Autoloader nicht vorweisen.

 Zum Vergrößern anklicken!  Adic FastStor
Während Autoloader vorwiegend für die Automatisierung der Datensicherung eingesetzt werden, finden Librarys hauptsächlich für die dauerhafte Speicherung und Archivierung von Daten Verwendung. Wichtige Kriterien für Anwender von Autoloadern sind einerseits eine hohe Zuverlässigkeit, die einen wirklich bedienerlosen Betrieb ermöglicht, und andererseits eine einfache Bedienung, die Handhabungsfehler ausschließt. Darüber hinaus sind Kapazitäten, Kosten und Software-Unterstützung wichtige Kriterien für die Anschaffung eines solchen Gerätes.

Entlastung für den Administrator

Ein Autoloader automatisiert den Kassettenwechsel sowie die Reinigung und erleichtert dem Administrator damit die Arbeit bei der Datensicherung. Wertvolle Arbeitszeit kann sinnvoller eingesetzt werden und während eines Urlaubs ist keine Vertretung notwendig. Oftmals ist bei kleinen Unternehmen kein technisch ausgebildetes Personal für das Backup zuständig, sondern beliebige Mitarbeiter. Einfache automatisierte Prozesse erleichtern so das Arbeitsleben und nehmen die Angst vor einem Systemausfall. Das ist in der heutigen Zeit der rechtlichen Bestimmungen für Datenvorhaltung besonders von Bedeutung. Zudem lässt sich die Ausfallquote verringern und die Sicherheit erhöhen. Irrtümer wie das Einlegen eines falschen Tapes oder das Vergessen der allabendlichen Sicherung schließt ein Bandwechsler aus. Bei defekten oder vollen Cartridges kann das Backup trotzdem auf einer anderen Kassette weiter laufen.

Auch die Laufwerksreinigung wird automatisiert

Eine Backup-Software steuert den selbständigen Wechsel der Datenträger. Entweder wird jeweils ein neues Band zur täglichen Sicherung eingelegt oder falls die Kapazität nicht ausreicht, ein weiteres Tape. Zudem lässt sich so das Vergessen oder die falsche Auswahl eines Mediums vermeiden. Wird eine Reinigung notwendig, macht das Gerät dies auch zwischen den Sicherungsläufen automatisch, so dass kein Backup-Job abbricht. Allerdings muss dafür eine Reinigungskassette im Gerät verbleiben, was die Gesamtkapazität ein wenig verringert. Gleichzeitig schützt dies aber auch gegen zu häufiges Reinigen. Manche Hersteller schreiben eine wöchentliche Reinigung vor. Dies ist nicht immer notwendig, auf jeden Fall aber eine hohe Belastung für den Schreib/Lese-Kopf, da Reinigungskassetten wie Schleifpapier wirken und den Kopf abnutzen.

Die Zuordnung der einzelnen Bänder zu den Slots wird durch ein Inventory umgesetzt. Die Cartridges werden im Laufwerk ausgelesen (Index) und lassen sich dann häufig mit Hilfe eines Barcode-Lesers schnell zuordnen. Dieser Barcode-Leser war vor wenigen Jahren meist nur optional zu erhalten und ist den Bandbibliotheken abgeschaut. Heute ist er in fast allen Autoloadern zu finden und erleichtert die Bandverwaltung und Ablage enorm.

Die Steuerung des Autoloaders erfolgt über eine Backup-Software. Die Management-Funktionen sind über ein Menü direkt am Gerät abrufbar oder durch eine browsergestützte Konsole über das Netzwerk möglich. Weiterentwicklungen haben die Installierung und Konfiguration erheblich vereinfacht. Die meisten Geräte sind unabhängig vom Betriebssystem und lassen sich mit jeder gängigen Backup-Software zum Laufen bringen. Somit entfallen zeitraubende Studien von Datenblättern sowie die eventuelle Umstellung auf ein dediziertes Software-Paket.

AIT, DLT und LTO die gängigsten Autoloader-Formate

Für Bandroboter sind verschiedene Aufzeichnungsformate verfügbar wie AIT, DDS, DLT, LTO, REV, SDLT, SLR und VXA. Dabei richtet sich die Wahl nach den jeweiligen Anforderungen des Unternehmens. Allerdings zeigte der Markt in den letzten Jahren die verstärkte Nachfrage nach hochkapazitiven Formaten wie SDLT und LTO.

 Zum Vergrößern anklicken!  Quantum CLL 3200
Die beiden Ansätze SDLT und LTO ähneln sich durch die Verwendung der linearen Aufzeichnungstechnik und eines Cartridge-Typs, der nur eine Bandspule enthält. Unterschiede bestehen im Servo-Verfahren, welches die Spurtreue während der Aufzeichnungen und die Kompatibilität nach rückwärts garantiert. SDLT-Produkte sind in der Lage, die vielen Millionen Datenträger ihrer DLT-Vorgänger nach wie vor zu lesen – ein wichtiger Aspekt bei langfristiger Datenspeicherung.
Der Vorteil von LTO gegenüber SDLT ist der Stream-Mode. LTO-Laufwerke können sich der Geschwindigkeit der gelieferten Daten anpassen – SDLT-Drives nicht. Hier wird ein Mindestdatenstrom benötigt.

Beide Technologien zeichnen sich durch eine sehr hohe Datendichte in Bezug auf das physikalische Volumen der Bandkassetten aus. Gerade bei der Archivierung großer Datenmengen spielt der Platzbedarf eine zunehmende Rolle. Im Hinblick auf Speicherkapazität und Datenübertragungsrate liegen die SDLT- und LTO-Fraktionen in einem Dauerwettstreit. Die zuletzt auf den Markt gebrachte vierte Generation des SDLT-Formates bietet 800 GByte nativer Kapazität und verweist LTO-3 mit 400 GByte auf Rang zwei. Beide Formate bieten allerdings gute Leistung und eine hohe Zuverlässigkeit.

Darüber hinaus erfreut sich zudem das DAT/DDS-Format weiter großer Beliebtheit bei Autoloadern. Das zunächst abgekündigte Format fand 2004 durch eine Initiative von Hewlett-Packard mit einer neuen Version, »DAT 72«, wieder auf den Markt. Es zeichnet sich aber ab, dass immer mehr Anwender sich angesichts des steigenden Kapazitätsbedarfs nach zukunftsweisenden Alternativen umschauen. Als Nachfolgeformat hat AIT große Chancen. Sony hat hier viel in die Entwicklung gesteckt und offeriert derzeit acht verschiedene Versionen. Diese Produktvielfalt ist sicher strategisch gut, nur leider kann es hier auch zur Überforderung des Anwenders kommen, der sich erst einmal durch den Dschungel der Versionen finden muss, um dann sein entsprechendes Format auswählen zu können. Dafür hat er eben die Auswahl zwischen acht verschiedenen Kapazitäten, von 20 über 50 bis 200 GByte pro Cartridge.

»REV«-Technologie als Alternative zum Band

Des Weiteren finden sich noch die Formate SLR und VXA, die eine unkomprimierte Speicherkapazität pro Kassette von 50 bzw. 160 GByte offerieren. Aus der Art schlägt die »REV«-Technologie von Iomega. Hier handelt es sich nicht um ein Magnetband, sondern um eine diskbasierte Wechselplatte mit nativen 35 GByte. Gegenüber Tape kann Rev eine deutlich schnellere Schreib/Lese-Geschwindigkeit vorweisen. Die Speicherkapazität ist jedoch weit von den heutigen Platteneinstiegsgrößen normaler Standard-PCs entfernt und mit einem Cartridge-Preis von rund 45 Euro nicht wirklich preiswert.

Aufbau eines Autoloaders

Mit einem Autoloader legt sich der Benutzer auf eine bestimmte Konfiguration fest. Ein nachträglicher Ausbau mit Laufwerken und Bandstellplätzen ist nicht möglich. Auch in punkto Verfügbarkeit gibt sich diese Geräteklasse spartanisch. Keines der am Markt befindlichen Modelle verfügt beispielsweise über ein redundantes Netzteil. Bei einem Defekt steht die Backup-Lösung auf jeden Fall.

 Zum Vergrößern anklicken!  Sony StorStation LIB-81
Die Cartridge-Zufuhr variiert. In der Regel werden die Bänder über ein Magazin eingelegt. Dies hat den Vorteil, dass sich eine komplette Wochensicherung in einem Stück be- und entladen lässt. Tandbergs SLR-Autoloader benutzen zum Beispiel ein Magazin, in dem acht Tapes nebeneinander angeordnet sind. HP und Sony verwenden unter anderem doppelseitige Magazine, die von zwei Seiten zugänglich sind. Hier befinden sich zwei bzw. vier Kassetten hintereinander. Das Magazin wird im Bandroboter gedreht, um die benötigte Cartridge einlegen zu können.

Eine weitere Alternative ist das Karussell. Hier führt der Administrator die Bänder einzeln über einen so genannten Mailslot ein. Das Tape wird jeweils um eine Position weiterrotiert. Für den Anwender stellt dies einen zusätzlichen Aufwand und Wartezeit dar.

Anschaffungskosten und Cartridge-Preise

Durch die enormen Kapazitäten, die einzelne Bandformate bieten, lässt sich ein einfacher Autoloader mit mehreren TByte Speicher ausstatten. Unterschiedliche Schnittstellen wie ATAPI, SCSI oder USB erlauben eine einfache Integration in jede IT-Infrastruktur. Preislich hat sich in diesem Segment viel getan. Ein Rev-Loader mit 280 GByte kostet etwa 1.000 Euro, ein LTO-2-Gerät mit 1,6 TByte ist ab 4.000 Euro zu haben und ein SDLT-Autoloader mit drei TByte schlägt mit knapp 8.000 Euro zu Buche. Somit kann der Anwender egal mit welchem Budget seine Daten automatisiert sichern.

Allerdings sollte er dabei nicht nur auf die Anschaffungskosten schauen, sondern auch auf die Preise der Cartridges und Backup-Software, sofern diese nicht bereits mitgeliefert wird. Bei den Preisen für die Kassetten sollte der IT-Interessierte genauer hinsehen, damit es später nicht zu bösen Überraschungen kommt. Beispielsweise sind Rev-Cartridges im Verhältnis zum Gerätepreis relativ teuer – sie sind zwischen 40 und 47 Euro erhältlich. LTO-Kassetten scheinen da schon günstiger: LTO-2 kostet zwischen 38 und 55 Euro, LTO-3 zwischen 60 und 80 Euro. Bei SDLT-Bändern findet man auch eine Spanne 60 bis 80 Euro. VXA und SLR starten etwa bei 50 Euro, AIT ist zwischen 30 und 56 Euro zu haben, je nach Kapazität.

Anwender, die auf der Suche nach einem geeigneten Autoloader sind, müssen zunächst ihre eigenen Anforderungen definieren und können dementsprechend das passende Gerät mit der richtigen Schnittstelle, ausreichender Kapazität und Durchsatzrate sowie Rückwärtskompatibilität und Zukunftstauglichkeit wählen.

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